Märkte & Chancen

Anteilseignerwechsel

Die DekaBank hat einen neuen Alleineigentümer: die Sparkassen. Das eröffnet Chancen für alle Beteiligten – vor allem für die Kunden. Sie dürfen eine noch stärker auf ihre Ansprüche fokussierte Produktpalette erwarten.
Wenn ein Anleger Investmentfonds kauft, dann ist er in aller Regel davon überzeugt, bei einem angemessenen Verhältnis von Chance und Risiko mittel- bis langfristig einen Vermögenszuwachs zu erzielen. Dabei vertraut er auf die Qualität und die Expertise der Fondsgesellschaft und des Fondsmanagements. Für Tausende von Sparkassenkunden, die in Fondsprodukte der DekaBank investiert sind, ist diese Vertrauensbasis täglich ein überzeugendes Argument für ihre Anlageentscheidung.

„Der Anteilseignerwechsel ist für uns ein großes Vertrauenssignal.“

Franz S. Waas, Ph.D.
Vorstandsvorsitzender der DekaBank

Doch nicht nur auf Kundenseite, auch für die Sparkassen selbst ist Vertrauen die wesentliche Grundlage ihrer Geschäftsaktivitäten. Das gilt nicht nur für ihre flächendeckende Präsenz vor Ort, die für Kundennähe sorgt, sondern auch für strategische Partnerschaften. Deshalb haben die 429 deutschen Sparkassen kürzlich gemeinsam 1,3 Milliarden Euro investiert, um ihre Beteiligung an der DekaBank von 50 auf 100 Prozent aufzustocken – und damit Alleineigentümer „ihres“ Asset Managers zu werden. Die Anteile haben sie von den Landesbanken übernommen (-> „Sparkassen und DekaBank investieren gemeinsam“). „Der Anteilseignerwechsel ist für uns ein großes Vertrauenssignal“, bestätigt Franz S. Waas, Ph.D., Vorstandsvorsitzender der DekaBank. „Wir werten dies als Zeichen, dass die DekaBank ein lohnendes Investment ist – für die Sparkassen und ihre Kunden.“
Mit der Transaktion knüpft die DekaBank als zentraler Asset Manager der Sparkassen-Finanzgruppe künftig ein noch engeres Band zu ihren Vertriebspartnern. Die Sparkassenkunden können davon profitieren: über eine noch stärker auf ihre Bedürfnisse ausgerichtete Beratungskompetenz und Produktpalette. Diese klare Ausrichtung schafft Verlässlichkeit und festigt damit den Qualitätsstandard – gerade im Wertpapiergeschäft ist dies eine wesentliche Komponente, wie Waas erläutert: „Unser Ziel ist es, den Sparkassen und ihren Kunden fondsbasierte Produkte anzubieten, die absolutes Spitzenniveau am Markt haben.“

100 Prozent Sparkasse

Die Sparkassen haben mit der DekaBank ein solides Institut mit einer über neunzigjährigen, erfolgreichen Unternehmensgeschichte erworben, dessen Geschäftspolitik traditionell für Solidität und Ertragsstärke steht. Aktueller Beleg dieser finanziellen Stärke ist das Ergebnis des EU-weiten verschärften Banken-Stresstests, den die DekaBank überzeugend bestanden hat.
Die feste Verankerung in der Sparkassen-Finanzgruppe sorgt zudem für stabile Rahmenbedingungen nach innen. Unter dem Strich entsteht mit dem Anteilseigner-wechsel, der Anfang April vertraglich fixiert und im Juni vollzogen wurde, eine vollständige Interessenidentität zwischen der DekaBank und ihren Eigentümern. Parallel wurde auch die Eigenkapitalbasis der Landesbanken gestärkt, die ihre DekaBank-Anteile vollständig an die Sparkassen abgegeben haben (-> „3 Fragen an Heinrich Haasis“). Sowohl die Anteile als auch das Kapital bleiben also in der „Sparkassen-Familie“. Damit gilt hier unverändert: Wo Sparkasse draufsteht, ist auch Sparkasse drin.
3 Fragen an ...
... Heinrich Haasis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands und Vorsitzender des Verwaltungsrats der DekaBank

Herr Haasis, wie bewerten Sie die Übernahme der DekaBank durch die Sparkassen aus Verbandssicht?

Die Übernahme der DekaBank-Anteile der Landesbanken durch die Sparkassen ist einer der größten Erfolge der vergangenen zehn Jahre für unsere Gruppe. Seit Jahren ist es das Ziel der Sparkassen, die sehr erfolgreiche Zusammenarbeit mit der DekaBank auch durch ein stärkeres gesellschaftsrechtliches Engagement zu unterlegen und damit noch stärker am gemeinsam erwirtschafteten Wertzuwachs beteiligt zu sein. Das ist jetzt möglich.

Was bedeutet der Eigentümerwechsel für die Landesbanken, die ihre Anteile abgeben?

Mit dem Erlös aus dem Verkauf der Anteile an der DekaBank ist für die Landesbanken eine erhebliche Eigenkapitalentlastung verbunden. Das macht sich für die Institute positiv bemerkbar. Die Landesbanken haben mit der Veräußerung die richtige Entscheidung getroffen. Dies zeigt einmal mehr, dass auch eine große Gruppe – wie die Sparkassen-Finanzgruppe – in der Lage ist, flexibel auf Marktmöglichkeiten zu reagieren und schnell die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Hätte man durch einen Verkauf an einen externen Investor nicht mehr erlösen können?

Eine dezentrale Gruppe braucht zentrale Dienstleister, die die Angebotspalette vor Ort in den Instituten verbreitern helfen. Die DekaBank ist so ein Institut. Der Erwerb aller Deka-Anteile ist ein wichtiger strategischer Schritt für alle Sparkassen in Deutschland. Externe Eigentümer, die eine möglichst hohe Rendite auf ihr Engagement erzielen wollen, passen nicht zu unserer Philosophie. Der Erwerb durch die Sparkassen sichert den engen Schulterschluss innerhalb unserer Gruppe. Das Fondsgeschäft ist Kerngeschäft der Sparkassen. Um eine ganzheitliche Betreuung unserer Kunden jederzeit gewährleisten zu können, müssen die Kernaufgaben aus einer einheitlichen Eigentümerstruktur heraus erledigt werden.

Erneuerbare Energien

Das Rad der Zeit

In Deutschland wird das Ende des Atomzeitalters eingeläutet. Um den befürchteten Versorgungsengpass zu verhindern, sind erhebliche Investitionen erforderlich. Eine große Herausforderung, aber auch eine Chance für Unternehmen und Anleger.
Wenn in Deutschland das Wort „Wende“ fällt, liegt der Gedanke an die epochale Entwicklung von 1989/90 nicht fern. Ist es Zufall, dass die Bundesregierung jetzt von der Energiewende spricht? Jedenfalls ist der Begriff angemessen gewählt. Denn hinter der Energiewende steckt weit mehr, als einfach einen Schalter von Atomkraft auf erneuerbare Energien umzulegen. Die Stromversorgung muss neu organisiert werden. Das wirft viele Fragen auf: Wie kann die im Sommer gewonnene Solarenergie für die Nutzung im Winter gespeichert werden? Wie wird der Strom dorthin transportiert, wo er benötigt wird? Wer gewährleistet die Versorgung, wenn alle Atomkraftwerke abgeschaltet sind?
Positiv gewendet: Unternehmen, die Antworten auf Fragen wie diese geben und innovative Produkte für das Zeitalter der erneuerbaren Energien entwickeln, haben hervorragende Geschäftsperspektiven.

Die Ziele in Zahlen

Nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima im März kündigte die Bundesregierung eine Zäsur in der Energiepolitik an, Ende Mai präzisierte Bundeskanzlerin Angela Merkel die Marschrichtung: Bis Ende 2022 sollen alle deutschen Atomkraftwerke vom Netz gehen. Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, entkräftet Befürchtungen, es drohe ein akuter Versorgungsengpass: „Nach allem, was unsere Erhebungen ergeben haben, sind die Effekte auf die Stromnetze beherrschbar.“
Bisher erzeugt Deutschland etwas weniger als ein Viertel seines Stroms mit Kernenergie. Der Atomausstieg wird also zunächst eine Lücke hinterlassen. Vor allem Sonne, Wind, Wasser und Biomasse haben die Aufgabe, sie zu schließen. Ihr Anteil an der Stromversorgung soll sich von derzeit 17 auf 35 Prozent im Jahr 2020 verdoppeln. Dies ist aber nicht die einzige Herausforderung, denn die Regierung strebt im gleichen Zeitraum eine Reduzierung des Stromverbrauchs hierzulande um 10 Prozent an. Last, but not least hat sich Deutschland – unabhängig von der Energiewende – das Klimaziel gesteckt, bis 2020 die schädlichen CO2-Emissionen um 40 Prozent unter den Wert von 1990 zu senken. Dass der Atomstrom teilweise durch fossile Energien ersetzt wird, macht diese Aufgabe nicht einfacher.
Ohne sogenannte Smart Grids sind die Ziele kaum erreichbar. „Diese intelligenten Stromnetze gestalten den Energiefluss effizienter. Das reicht von der Erzeugung über die Speicherung bis hin zum Verbrauch“, erklärt Michael Schneider, Fondsmanager von Deka-UmweltInvest. Zu den Entwicklern von Smart Grids zählt zum Beispiel das Software-Unternehmen PSI. Die Berliner bieten ein Leitsystem an, das hilft, die Leistung aus vielen verschiedenen Energiequellen aufeinander abzustimmen und das Stromangebot permanent mit der Nachfrage auszubalancieren. Wie gefragt Smart-Grid-Lösungen sind, zeigt die Geschäftsentwicklung von PSI. Zwischen 2007 und 2010 ist der Gewinn der Aktiengesellschaft von 2 auf 7 Millionen Euro geklettert. Die Chancen, dass die Softwareschmiede weiter wächst, stehen gut. „PSI zählt sicherlich zu den Gewinnern der Energiewende“, urteilt Schneider.

Dem Blackout vorbeugen

Zumal der Ausbau regenerativer Energien bei 35 Prozent nicht haltmachen wird. „Bis zum Jahr 2050 sind 80 Prozent Anteil an der Stromversorgung machbar“, schätzt Stephan Kohler, Geschäftsführer der Deutschen Energie-Agentur. Allerdings sind dafür laut Kohler allein in Deutschland Investitionen von rund 200 Milliarden Euro notwendig. Wie sehr sich diese gigantische Summe auf jeder einzelnen Stromrechnung bemerkbar machen wird, ist umstritten. Die Prognosen reichen von moderaten 1 Prozent bis zu über 20 Prozent Preisanstieg, die etwa der Bundesverband der Deutschen Industrie befürchtet. Das sei Panikmache, kommt prompt die Reaktion von der Umweltschutz-organisation Greenpeace. Klar ist bislang nur: „Den Atomausstieg gibt es nicht umsonst“, so Netzexperte Kurth. Hohe Kosten wird unter anderem der Ausbau der Infrastruktur verursachen. Derzeit ist das Stromnetz vor allem auf Großkraftwerke ausgerichtet – es hat bisweilen Schwierigkeiten, die stark schwankenden Strommengen aus Windparks oder Solaranlagen einzuspeisen, insbesondere wenn sich diese Anlagen an Orten mit begrenzten Leitungskapazitäten befinden. Dort könnte das Netz vorübergehend Spitzenbelastungen ausgesetzt sein, die im schlimmsten Fall zum Blackout führen. Damit es nicht dazu kommt, ist laut der Deutschen Energie-Agentur allein bei den Hochspannungsleitungen ein Ausbau von bis zu 4.500 Kilometern in den nächsten 15 Jahren erforderlich. Das Netzausbaubeschleunigungsgesetz der Koalition sieht Maßnahmen vor, die die Planverfahren für notwendige Stromtrassen verkürzen.
Die Geschäfte beim französischen Kabelhersteller Nexans laufen also nicht von ungefähr blendend. Ob es um Hochspannungskabel für ein Stromnetz in Norditalien oder Unterwasserkabel für einen Offshore-Windpark in Dänemark geht: Die Franzosen vermelden beinahe wöchentlich neue Millionenaufträge. Mit dem neuen Keylios-Kabelsystem will Nexans jetzt in der Solarbranche punkten. Die Kabel zur Vernetzung von Solaranlagen versprechen neben hoher Leistungsfähigkeit selbst bei extremen Temperaturschwankungen eine Lebensdauer von bis zu 30 Jahren. „Aber auch im Bereich der Stromspeicher müssen alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten“, sagt Energieexperte Kohler. Schließlich würden etwa 80 Prozent der Solarenergie in den Monaten Mai bis September erzeugt, der Stromverbrauch aber sei im Winter am höchsten. Fondsmanager Schneider ergänzt: „Alle Ansätze, Strom effektiv und kostengünstig zu speichern, stecken noch in den Kinderschuhen. Hier muss mehr investiert werden.“ Da kommt die „Förderinitiative Energiespeicher“, für die drei Bundesministerien bis 2014 maximal 200 Millionen Euro bereitstellen, gerade recht.
Diese Förderinitiative ist nicht das einzige Programm, das den Atomausstieg erleichtern soll. Aktuell werden in den Ministerien zahlreiche neue Gesetze geschrieben oder alte überarbeitet. Allerdings besteht zwischen den Parteien nicht immer Einigkeit über die Inhalte. „Die Politik sollte möglichst schnell Klarheit schaffen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Unternehmen dringend erforderliche Investitionen aufgrund einer schwer berechenbaren Subventionspolitik auf die lange Bank schieben“, meint Steffen Selbach, Leiter Vermögensmanagement der DekaBank.
Sehr wahrscheinlich ist, dass der Staat die energetische Sanierung von Gebäuden mit 1,5 Milliarden Euro fördern wird. Denn Immobilien sind noch vor dem Transport- und Produktionssektor die größten Energieschlucker. Bereits mit einer besseren Dämmung von Wohn- und Geschäftshäusern ist viel gewonnen. Der börsennotierte dänische Konzern Rockwool liefert als Marktführer für nachhaltige Wärmedämmungen aus Steinwolle das nötige Material und Know-how. „Rockwool wird von zusätzlichen Mitteln im Bundeshaushalt für die klimaschonende Gebäudesanierung profitieren“, ist Fondsmanager Schneider überzeugt.
Um bis 2022 eine sichere und umweltfreundliche Stromversorgung zu erreichen, ist aber vor allem ein sparsamerer Umgang mit Energie erforderlich. „Eigentlich müssten wir 90 Prozent unserer Zeit dafür verwenden, über die Effizienz zu sprechen“, so Kohler. Zu den Unternehmen, die hier einen Beitrag leisten, zählt der Automobilzulieferer Dürr, einer der weltweit führenden Lieferanten von Lackieranlagen. Die Lackierung ist der energieintensivste Produktionsschritt in der Automobilfertigung. Eine einzige Anlage verbraucht fast so viel Strom wie eine Kleinstadt mit 50.000 Einwohnern – noch. „Dürr bringt immer wieder innovative Technologien zur Produktreife und senkt so den Stromverbrauch kontinuierlich“, berichtet Deka-Experte Schneider. Mittlerweile stecken in den Anlagen rund 20 von den hauseigenen Ingenieuren ausgetüftelte Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz. Das wissen die Kunden zu schätzen. Derzeit baut Dürr für das chinesische Gemeinschaftsunternehmen BMW Brilliance in Shenyang einen „Green Paintshop“, die bis dato umweltfreundlichste Autolackiererei. Sie soll zwei Drittel weniger Strom verbrauchen als vergleichbare Anlagen vor zehn Jahren.
Auch dem US-Unternehmen Solazyme spielt die Energiewende in die Karten. Der Börsenneuling aus San Francisco zählt zu den Wegbereitern bei der Herstellung von Kraftstoffen auf Algenbasis. Anders als bei Pflanzenölen besteht nicht die Gefahr, dass die Verarbeitung zu Kraftstoffen steigende Lebensmittelpreise zur Folge hat. So spannend die Geschäftsidee ist, sie hat ein Manko: „Solazyme schreibt noch keine schwarzen Zahlen“, weiß Schneider. Möglicherweise wird sich das Geschäftsmodell langfristig aber durchsetzen.
„Möglicherweise“ – diese Einschränkung trifft auf einige innovative Unternehmen aus der Umwelttechnologie zu. Wer letztendlich die Energiewende zu seinen Gunsten nutzen kann, hängt von zahlreichen Faktoren ab, die Privatanleger nur schwer einschätzen können. Mit einem breit streuenden Fonds wie Deka-UmweltInvest beteiligen sich Anleger gleichermaßen an Marktführern wie auch an aussichtsreichen Nischenanbietern. Derzeit umfasst das Portfolio rund 90 Titel. Wie bei jedem Aktienfonds ist auch bei Deka-UmweltInvest mit Preisschwankungen zu rechnen, Verluste können nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Doch ist das Risiko, im richtigen Segment auf ein falsches Pferd zu setzen, aufgrund der Streuung deutlich reduziert.
Noch breiter sind Anleger mit dem Dachfonds DekaSelect: Nachhaltigkeit aufgestellt. „Neben Aktienfonds aus dem Bereich erneuerbare Energien deckt der Dachfonds die ganze Palette der Nachhaltigkeit ab. Wichtig ist dabei vor allem, dass die Rendite sowohl ökonomisch attraktiv als auch ethisch vertretbar ist“, erklärt Vermögensverwalter Selbach.
Wie gut beide Ziele miteinander vereinbar sind, beweist auch Deka-Stiftungen Balance. Die Fondsmanager hinter dem konservativen Mischfonds für institutionelle Anleger kaufen nur Wertpapiere von Unternehmen und Staaten, die anerkannte Kriterien der Nachhaltigkeit erfüllen. Für ihre Leistung werden sie regelmäßig von Ratingagenturen mit Bestnoten ausgezeichnet. Stiftungen und andere Institutionen haben mittlerweile über eine Milliarde Euro in Deka-Stiftungen Balance angelegt. Denn immer mehr Investoren erkennen, dass nachhaltige Kapitalanlagen auch nachhaltige Erträge begünstigen. Das Rad der Zeit dreht sich unaufhaltsam weiter.
Fondsauswahl

DekaSelect: Nachhaltigkeit

Dieser Dachfonds investiert in ein ganzes Sortiment an Nachhaltigkeitsfonds etablierter Asset Manager. So wird eine noch breitere Streuung über Wertpapiere erreicht. Die Quote der Aktienfonds beträgt maximal 60 Prozent.
Konditionen: ISIN DE000DK1CJS9, Ausgabeaufschlag 3,75 %, Verwaltungsvergütung 1,1 % p. a., Gesamtkostenquote (TER) 1,35 %

Deka-UmweltInvest

Der Aktienfonds investiert weltweit in Unternehmen mit Schwerpunkt erneuerbare Energien, Wasser, Klima- und Umweltschutz. Neben Marktführern werden aussichtsreiche Nischenanbieter berücksichtigt.
Konditionen: Anteilklasse CF (ISIN DE000DK0ECS2): Ausgabeaufschlag 3,75 %, Verwaltungsvergütung 1,5 % p. a., Gesamtkostenquote (TER) 1,68 %
Anteilklasse TF (ISIN DE000DK0ECT0): kein Ausgabeaufschlag, Verwaltungsvergütung 2,22 % p. a., Gesamtkostenquote (TER) 2,4 %

Sie möchten weitere Infos? Dann mailen Sie Ihre Anschrift und als Stichwort den Fondsnamen an fondsmagazin@deka.de. Oder besuchen Sie www.deka.de.

Nachhaltige Fondsprodukte tragen dazu bei, dass mit Rohstoffen verantwortungs-voller umgegangen und die Gefahr von Umweltkatastrophen verringert wird. Die DekaBank geht noch mehrere Schritte weiter: „Nachhaltigkeit ist ein zentraler Baustein der gesamten Unternehmensstrategie“, erklärt Ralph Martens, Leiter Konzernentwicklung. Sowohl beim Bankbetrieb und Personalmanagement als auch beim gesellschaftlichen Engagement und bei der Produktentwicklung werden nachhaltige Aspekte berücksichtigt. Ein Beispiel: „Alle Beschäftigten können sich in schwierigen beruflichen oder privaten Lebenssituationen kostenfrei an Ärzte und Psychologen eines unabhängigen Beratungsdienstes wenden“, so Martens.
Gewürdigt wurden die Anstrengungen unlängst durch das Corporate Rating von Oekom Research – einer der weltweit führenden Ratingagenturen im Segment nachhaltiger Anlagen. Nachdem Oekom rund 80 Nachhaltigkeitskriterien unter anderem aus den Bereichen Gesellschafts- und Produktverantwortung, Umweltmanagement und Dienstleistungen unter die Lupe genommen hatte, verlieh die Ratingagentur der DekaBank im Mai 2011 erstmals den „Prime“-Status. Diesen erhalten nur Unternehmen, die einen überzeugenden Nachhaltigkeitsansatz durch verantwortungsvolles Handeln untermauern. „Nachhaltigkeit gewinnt im Anlagebereich an Bedeutung. Nur Asset Manager, die dieses Thema leben und verstehen, realisieren die Marktchancen in diesem Segment – und treffen die besseren Investmententscheidungen für ihre Kunden“, ist Martens überzeugt. „Das können sie aber auch nur dann, wenn sie sich als Unternehmen an einem glaubhaften Nachhaltigkeitsansatz orientieren. Das tun wir und entwickeln diesen laufend weiter.“

Interview

„Die Chancen überwiegen eindeutig“

Die Energiewende ist von Vorteil für die deutsche Wirtschaft – wenn sie konsequent umgesetzt wird. Davon ist die Wirtschaftsforscherin Claudia Kemfert überzeugt.
Prof. Dr. Claudia Kemfert (42) leitet seit 2004 die Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung Berlin. Außerdem lehrt sie Energieökonomie und Nachhaltigkeit an der Hertie School of Governance in Berlin. Sie forscht auf den Gebieten Energie und Klimaschutz.

Frau Kemfert, die Energiewende wird heiß diskutiert. Wie lautet Ihr Urteil?

Sie geht in die richtige Richtung. Der Anteil erneuerbarer Energien soll in den kommenden vier Jahrzehnten auf 80 Prozent erhöht und mit der Zeit die Energieeffizienz verbessert werden. Allerdings müssen noch zahlreiche Maßnahmen beschlossen werden, um diese Ziele auch tatsächlich zu erreichen. Das beschränkt sich nicht nur auf den Ausbau von Stromnetzen und auf Fortschritte bei der Stromspeicherung.

Wo sehen Sie weiteren Handlungsbedarf?

Die energetische Gebäudesanierung sollte finanziell stärker gefördert werden. Pro Jahr werden bis zu 3,5 Milliarden Euro Fördermittel benötigt, das sind 2 Milliarden Euro mehr als derzeit im Förderprogramm der KfW-Bank vorgesehen. Das Geld könnte aus dem Verkauf von CO2-Zertifikaten kommen. Zudem fehlen konkrete Ziele in Bezug auf eine nachhaltige Mobilitätswende. Es wäre wichtig zu definieren, bis wann Deutschland auf Öl verzichten kann und will. Nachhaltige Mobilität bedeutet auch eine enge Verzahnung der einzelnen Verkehrsträger und eine Stärkung des öffentlichen Personenverkehrs. Die Entwicklung und der Einsatz von klimaschonenden Antriebsstoffen und -techniken sind weitere wichtige Punkte. Zudem kann die Energiewende zur Folge haben, dass Atomkraftwerke durch Kohlekraftwerke ersetzt werden. Das bringt die Klimaziele in Gefahr.

Was lässt sich dagegen tun?

Zu einer nachhaltigen Energiewende gehört der Ausstieg aus Kohle- und Atomkraft. Ohne politische Intervention wird die Zahl der Kohlekraftwerke und damit ihr Anteil von derzeit 40 Prozent an der Stromerzeugung aber steigen – ein falscher Weg. Verhindern kann man dies nur, wenn der Bau von Gaskraftwerken durch eine geeignete Marktregulierung unterstützt wird. Denn Gas ist umweltfreundlicher, aber unwirtschaftlicher.

Stichwort Wirtschaftlichkeit: Erwarten Sie, dass Strom deutlich teurer wird?

Die Sorge hinsichtlich exorbitanter Strompreissteigerungen ist unbegründet, da es sowohl preissteigernde wie -senkende Faktoren gibt. Leichte Preissteigerungen sind möglich.

Bringt die Energiewende dem Wirtschaftsstandort eher Vor- oder Nachteile?

Eine Deindustrialisierung Deutschlands, wie sie in einigen Kommentaren fast anklingt, wird es definitiv nicht geben, im Gegenteil. Die wirtschaftlichen Chancen überwiegen eindeutig. Wird der Anteil erneuerbarer Energien in den kommenden zehn Jahren wie geplant verdoppelt, müssen bis zu 122 Milliarden Euro in diesen Sektor investiert werden, so die Schätzung des Bundesumweltministeriums. Dazu kommt der Netzausbau: Hier veranschlagt die Bundesnetzagentur Investitionen bis zu 25 Milliarden Euro in den kommenden 15 Jahren. Addiert man den Ausbau der Gaskraftwerkskapazitäten und die Förderung der Gebäudesanierung hinzu, kommt man auf knapp 200 Milliarden Euro. Die Liste der Profiteure aus der Industrie ist entsprechend lang. Sie wird angeführt von den großen Zulieferindustrien für erneuerbare Energien und nachhaltige Mobilität. Die Chemiebranche liefert wichtige energieeffiziente Produkte, etwa für den Transport- und den Gebäudesektor. Für den Arbeitsmarkt sind ebenfalls positive Impulse zu erwarten: Allein im Bereich der erneuerbaren Energien kann die Zahl der Arbeitsplätze von heute knapp 400.000 auf 600.000 in zehn Jahren anwachsen.

Wie halten Sie es bei Ihrer privaten Kapitalanlage: Spielen da Nachhaltigkeit und Umwelttechnologien eine Rolle?

Ganz sicher. Ich empfehle allen Anlegern, nicht nur auf Renditen zu starren, sondern sich für Investitionen in Zukunftsmärkte zu entscheiden – und genau zu schauen, welche Umwelt- und Sozialwirkungen bestimmte Investitionen haben.

Eine wichtige Komponente bei der Energiewende ist der sparsame Umgang mit Strom und anderen Ressourcen. Wie sieht Ihre persönliche „Energiebilanz“ aus?

Ich lebe möglichst energiesparend. Dazu gehört, dass ich nur energieeffiziente Geräte nutze und in einem gedämmten Haus wohne. Ich fahre Fahrrad und Bahn und esse vegetarisch. Allerdings fliege ich aus beruflichen Gründen viel – meine Flugemissionen neutralisiere ich durch Spenden für Klimaschutzprojekte.

Offene Immobilienfonds

Mehr Grün am Haus

Nachhaltiges Bauen ist auch bei Gewerbeimmobilien das Gebot der Stunde. Von den Green-Building-Standards profitieren Umwelt, Nutzer und nicht zuletzt Anleger Offener Immobilienfonds.
„Hot town, summer in the city“ – wussten The Lovin’ Spoonful etwa schon 1966, dass sich 45 Jahre nach ihrem Erfolgstitel Metropolen auf der ganzen Welt zu Hitzeinseln entwickelt haben? Im Durchschnitt wird es heute innerhalb der Stadtgrenzen bis zu vier Grad wärmer als im Umland. „In Tokio, der größten Megacity der Welt, wurden sogar Temperaturdifferenzen von 13 Grad Celsius gemessen“, berichtet Wilhelm Kuttler, Professor für Angewandte Klimatologie in Essen. „In München und Essen waren es schon zehn Grad.“ Beton, Stein und Teer heizen sich auf, die Abwärme von Klimaanlagen und Heizungen tut ein Übriges. Städte verursachen wesentlich die menschengemachte Erderwärmung. Sie sind zu 80 Prozent für den weltweiten Kohlendioxidausstoß verantwortlich und zu 75 Prozent für den Energieverbrauch – Tendenz steigend. Heute lebt bereits die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten. Bis 2030 schätzen die Vereinten Nationen den Anteil auf 60 Prozent, bis 2050 sogar auf 70 Prozent.
Die größten Ressourcenfresser in den Metropolen sind die Gebäude. Auf sie entfallen fast 40 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs und ein hoher Anteil des Wasserbedarfs. Beinahe die Hälfte der weltweit verbrauchten Rohstoffe wandert in Bau und Unterhalt von Immobilien. Umgekehrt bedeuten diese Zahlen aber auch: In den Städten und vor allem bei den Immobilien lohnt Umweltschutz besonders. Die Objekte sollten so gebaut oder saniert werden, dass sie das Klima weniger anheizen, weniger Energie verbrauchen, aber dennoch ein angenehmes Raumklima, gute Belüftung und Beleuchtung haben. Davon profitiert die Umwelt ebenso wie die Menschen, die in den Gebäuden arbeiten.
Auch Anleger in Offenen Immobilienfonds des DekaBank-Konzerns können Nutzen aus dieser Entwicklung ziehen. Die Fondsmanager arbeiten darauf hin, dass 40 Prozent des Immobilienvermögens in den Fondsportfolios bis 2015 „grün“ sind. 2010 kauften sie beispielweise die Immobilie „14 Pier Walk“ in London. Das Bürogebäude verfügt über eine Geothermieanlage, die mit Erdwärme das Gebäude im Winter heizt und im Sommer kühlt. So produziert das Haus jährlich bis zu 41 Prozent weniger CO2 als ein konventionelles Gebäude. Das Regenwasser wird in unterirdischen Tanks gesammelt und wiederaufbereitet. Auf dem Dach wurde ein Park mit 35 verschiedenen Pflanzenarten angelegt, sogar die Möbel im Gebäude sind „öko“: Für die Küchenarbeits-platten hat der Hauptmieter, die britische Verkehrsgesellschaft „Transport for London“, Fensterscheiben alter U-Bahn-Waggons recycelt.

Nachweislich grün

Für seine Vorbildrolle in Sachen Nachhaltigkeit erhielt das Bürogebäude das britische Green-Building-Zertifikat Breeam „excellent“. Gütesiegel wie dieses definieren bauliche Standards für Green Buildings und Richtlinien für Bauherren, Investoren und Nutzer. Seit fast zwei Jahrzehnten sind in rund 80 Staaten Institutionen aktiv, die an solchen Standards arbeiten. Das Problem: Die Systematik unterscheidet sich von Land zu Land erheblich. Inzwischen gibt es mit dem World Green Building Council zwar eine weltweite Dachorganisation, eine Vereinheitlichung ist aber trotzdem noch nicht in Sicht. Weltweit führend sind das britische Breeam- und das US-amerikanische Leed-System. Zu den Newcomern zählt das 2009 eingeführte deutsche Zertifikat, das von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) gemeinsam mit dem Bundesbauminis-terium entwickelt wurde. „Die älteren Siegel wie Leed und Breeam sind relativ einfache Checklisten-Systeme“, erklärt DGNB-Pressesprecher Martin Prösler, „während in die DGNB-Bewertung die Performance mit unterschiedlichen Gewichtungen eingeht.“ In Sachen Energiebedarf orientiert sich das DGNB-Siegel beispielsweise an den Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV). Für ein Zertifikat in Bronze müssen die EnEV-Werte zumindest erfüllt, für eines in Gold um mindestens 40 Prozent unterschritten werden. Das DGNB-System erfasst erstmals auch die Gebäudekosten bezogen auf den gesamten Lebenszyklus.

Nachhaltigkeit lockt Mieter

Bei Käufern wie Nutzern mausern sich Green Buildings immer mehr zu Favoriten. Der Immobilienrechtsexperte Horst Schlemminger von der Anwaltssozietät Clifford Chance ist überzeugt, dass „für Neubauten in besten Lagen die Zertifizierung inzwischen ein Muss ist.“ Ulrich Bäcker von der Deka Immobilien bestätigt die steigende Nachfrage: „Mietinteressenten unserer Gebäude erkundigen sich vermehrt nach der Nachhaltigkeit eines Objekts und nach Zertifikaten, die diese belegen.“ Unternehmen sehen den Firmensitz in einem Green Building als Image-Gewinn und somit als Wettbewerbsvorteil. „Ausschlaggebend ist letztendlich aber das Gesamtpaket aus Miete plus Nebenkosten“, ergänzt Bäcker. „Da in Green Buildings die Nebenkosten niedriger liegen, können zum Teil höhere Mieten erzielt werden.“
Studien, etwa vom Analysehaus Fondsmedia, belegen dies für den US-Immobilienmarkt: Verglichen mit Standardimmobilien sinken bei Green Buildings die Emissionen im Schnitt um ein Drittel, ebenso die Kosten für Energie, Wasser und Abfallentsorgung. Im gleichen Maß stieg die Zufriedenheit der befragten Mieter, wohl auch wegen der nachweislich höheren Arbeitsproduktivität. So haben laut Analyse von Fondsmedia die Mitarbeiter von Unternehmen mit Büros in einem Green Building deutlich weniger Krankheits- und Fehltage. Die Folge: Green Buildings sind um 10 Prozent besser ausgelastet als vergleichbare Immobilien ohne Zertifikat und erzielen bis zu 13 Prozent höhere Mieten. Ein klarer Vorteil auch für Anleger Offener Immobilienfonds. Denn die Erträge der Fonds werden maßgeblich aus Mieteinnahmen gespeist. Zweites Standbein der Fondseinnahmen sind Immobilienverkäufe. Rechtsexperte Schlemminger beobachtet in den USA „10 Prozent höhere Verkaufserlöse bei Green Buildings gegenüber Standardimmobilien.“

Kreative Lösungen

Bei Zukäufen gibt die Deka Immobilien inzwischen häufig Gebäuden mit Zertifikat den Zuschlag (-> „Grüne Immobilien im Portfolio“). Weil das Angebot an zertifizierten Neubauten zurzeit aber noch verhältnismäßig gering ist, prüfen die Immobilienexperten der Deka auch systematisch, welche Bestandsimmobilien durch Sanierung oder Renovierung „grün“ werden können. Derzeit wird etwa das Poseidon-Hochhaus im Frankfurter Westend für 140 Millionen Euro renoviert und erweitert, auch damit es die Kriterien des DGNB-Standards in Gold erfüllt. „Für den zukünftigen Hauptmieter ING Diba war das Zertifikat ein wesentlicher Grund für die Anmietung und den langen Mietvertrag“, berichtet Bäcker.
Weitere Einnahmequellen bringen noch mehr Grün ans Haus. So entsteht etwa auf dem Dach einer italienischen Logistikimmobilie eine riesige Fotovoltaikanlage, deren Verpachtung zusätzliches Kapital in den Fonds spülen soll. Unter solchen Voraussetzungen können sich Mieter grüner Immobilien und Anleger freuen – auf den nächsten „summer in the city“.
Die Fondsmanager arbeiten darauf hin, dass 40 Prozent des Immobilienvermögens in den Fondsportfolios bis 2015 „grün“ sind. Einblicke, was hinter den Kulissen des WestInvest-Fondsmanagements geschieht, bekommen Sie hier.
3 Fragen an ...
... Torsten Knapmeyer, Geschäftsführer Deka Immobilien

Im Scope-Rating haben die Offenen Immobilienfonds des DekaBank-Konzerns wieder sehr gut abgeschnitten. Was zeichnet die Deka besonders aus?

Wir steuern unsere Liquidität bewusst, indem wir nur noch begrenzte Kontingente ausgeben und keine neuen institutionellen Anleger in Publikumsfonds lassen. Außerdem betreuen wir unsere Mieter aktiv und bringen Gebäude auf den neuesten Stand. Dadurch erzielen wir überdurchschnittliche Vermietungserfolge.

Werden Green Buildings im Fondsvermögen in Zukunft eine noch größere Rolle spielen?

Mittelfristig ja. Seit rund zwei Jahren ist die Zertifizierung als Green Building speziell bei großen Mietern oft ein Muss für die Vermietbarkeit geworden. Allerdings: Die Investitionen in Nachhaltigkeit müssen wirtschaftlich sinnvoll sein, schließlich erwarten unsere Anleger Rendite.

Wie schätzen Sie die Renditeaussichten für Offene Immobilienfonds ein?

Mittel- bis langfristig werden sie sich bei jährlichen Renditen zwischen 3 und 5 Prozent* einpendeln, da die Immobilienmärkte weltweit wieder anziehen. Vorteil für Anleger: Bei Offenen Immobilienfonds, die überwiegend im Ausland investieren, sind die Ausschüttungen für den Anleger teilweise steuerfrei, belasten also insoweit nicht die Freibeträge. Offene Immobilienfonds gehören daher ins Portfolio, da sie bei gutem Ertrag das Gesamtrisiko senken können.
* Die angegebene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Unternehmensanleihen

Bonds: Sag niemals nie

Auf der Suche nach attraktiver Verzinsung bei vertretbarem Risiko? Ein Fall für Bonds, Corporate Bonds.
Sicherheit hat ihren Preis – besonders deutlich wird das zurzeit bei der guten alten Bundesanleihe: Um die 2,5 Prozent Rendite pro Jahr werfen deutsche Staatspapiere mit zehnjähriger Laufzeit aktuell ab. Wer, fragen sich Anleger, bietet mehr – mal abgesehen von risikobehafteten Staatsanleihen aus Griechenland oder Portugal?
„Hochverzinsliche Unternehmensanleihen kommen derzeit auf durchschnittlich etwa 6,5 Prozent Rendite“, antwortet Volker Marnet-Islinger, Anleihenspezialist bei der Deka Investment. Die Differenz zum Witwen- und Waisenpapier des Bundes erklärt sich aus der vergleichsweise geringeren Finanzkraft der Schuldner. Wobei auch durchaus etablierte Adressen wie Peugeot, Heidelbergcement oder Hapag-Lloyd zu diesen Emittenten zählen.

Wetterfühliges Investment

„Die Renditen richten sich in diesem Markt nicht zuletzt nach den erwarteten Ausfallraten“, erklärt Marnet-Islinger. Wenn die Wirtschaft floriert, geht es den meisten Unternehmen gut und sie zahlen pünktlich ihre Zinsen – das lässt die Nachfrage bei Anlegern steigen und somit die Kurse der Anleihen. High Yield Corporates, wie Investmentprofis sie nennen, haben daher besonders von der Wirtschaftserholung nach der Finanzmarktkrise profitiert. Weil die Konjunkturvorhersage „heiter mit einigen Wolken“ lautet, bleibt das Umfeld positiv.
In der Abhängigkeit von den konjunkturellen Perspektiven zeigt sich freilich, dass die attraktive Rendite der Hochzinsanleihen ihren Preis hat: ein höheres Insolvenzrisiko und spürbare Kursschwankungen. So überstieg die Ausfallquote bei europäischen High Yields im Krisenjahr 2009 laut Ratingagentur Standard & Poor´s 8 Prozent, 2010 lag sie dagegen nur bei etwa 1 Prozent. Aber auch unternehmensspezifische Probleme können die Notierungen drücken. Umso wichtiger ist ein professionelles Management wie beim Rentenfonds Deka-CorporateBond High Yield Euro, der in europäische Hochzinsanleihen investiert. Auf Bonitätsnoten der großen Ratingagenturen verlässt sich Fondsmanager Marnet-Islinger dabei weniger: „Diese Ratings hat der Markt in den Kursen meist schon berücksichtigt.“ Zudem lassen sich einige Firmen nicht einstufen. Marnet-Islinger und 13 weitere Spezialisten der Deka fertigen deshalb detaillierte Unternehmensanalysen an, um die zukünftige Finanzkraft der Firmen zu bewerten. Und sollte doch einmal eine Anleihe aus dem Portfolio in Schwierigkeiten geraten, begrenzt die breite Streuung des Fonds über 100 Papiere den Schaden.

Die goldene Mitte

Eine Alternative für konservative Anleger sind Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating, das für eine gute bis erstklassige Bonität steht. Bei diesen Schuldnern traten Zahlungsprobleme in der Vergangenheit sehr selten auf, und die Kursausschläge fielen moderater aus. Zwar sind Anleihen von Unternehmen wie Henkel oder Vodafone im Gegenzug weniger rentabel als Hochzinsanleihen, aber auch sie bieten gegenüber Bundesanleihen einen Aufschlag. Der Rentenfonds Deka-CorporateBond Euro konzentriert sich deshalb auf Anleihen im Bereich Investment Grade.
Wesentlich für beide Segmente bleibt es, Konjunktur und Unternehmen immer im Blick zu behalten. Sollte sich das Wachstum abschwächen, können die Fondsmanager die Portfolios defensiver positionieren. Denn beim Investment in Bonds soll sich der Nervenkitzel in Grenzen halten.
Fondsauswahl

Deka-CorporateBond High Yield Euro

Der Fonds investiert in das wachsende Marktsegment der hochverzinslichen Unternehmensanleihen. Anlageschwerpunkt ist Europa, ausgewählte außereuropäische Schuldpapiere können beigemischt werden.
Konditionen: ISIN LU0139115926, Ausgabeaufschlag 3 %,
Verwaltungsvergütung 0,9 % p. a., Gesamtkostenquote (TER) 1,06 %

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Roundtable USA

Die Kunst, aus der Krise zu wachsen

Die Experten beim Roundtable waren sich einig: Die Konjunktur in den USA erholt sich mühsam. Aber in den nächsten Jahren führt für Anleger kein Weg am amerikanischen Kapitalmarkt vorbei.

Die Experten (von links):
Prof. Irwin Collier, Ph.D. (Direktor des John-F.-Kennedy-Instituts für Nordamerikastudien in Berlin), Michael Discher-Remmlinger (Renten Global und Emerging Markets, Deka Investment), Dr. Holger Bahr (Leiter Volkswirtschaft, DekaBank) und die n-tv-Finanzjournalistin Katja Dofel diskutierten über die Perspektiven für Nordamerika.

Trotz Niedrigzins und Konjunkturstimuli erwartet die US-Zentralbank für 2011 nur 2,7 bis 2,9 Prozent Wachstum. Wie finden Sie das?

Holger Bahr: Wenn Sie „nur“ sagen, ist das typisch deutsch, würden Sie „immerhin“ sagen, dann wäre das typisch amerikanisch. Die US-Volkswirtschaft wächst das zweite Jahr in Folge – und das nach einer riesigen Finanzmarktkrise, die sehr viele Aufräumarbeiten mit sich gebracht hat.
Michael Discher-Remmlinger: Die Einschätzung hängt in der Tat von der Erwartungshaltung ab. Wenn Sie historische Vergleiche anstellen, werden Sie sehen, dass es möglich ist, aus einer Rezession heraus mit 4 bis 5 Prozent zu wachsen. Von dieser Warte aus betrachtet ist das aktuelle Wachstum sicherlich eine Enttäuschung.
Irwin Collier: Die USA sind in ein tiefes Loch gefallen, und wir können froh sein, dass es nicht noch tiefer war. Bei aktuell 9,2 Prozent Arbeitslosigkeit wäre allerdings ein wesentlich höheres Wachstum notwendig, um innerhalb einer vernünftigen Zeit wieder zu Vollbeschäftigung zu kommen.

Kämpfen die USA jetzt mit einer Sockelarbeitslosigkeit, oder löst sich das Problem, wenn die Konjunktur wieder anzieht?

Holger Bahr: Sockelarbeitslosigkeit, von der man auch in Zeiten des Aufschwungs nicht herunterkommt, entsteht nur bei einem verkrusteten Arbeitsmarkt mit sehr langen Kündigungsfristen. Der Arbeitsmarkt in den USA ist aber extrem flexibel.
Katja Dofel: Die Wirtschaftsstruktur der USA hat sich verändert. Die Neuenglandstaaten mit der Finanzindustrie und das Technologiezentrum Kalifornien stehen gut da, aber die alten Industrie- und Autozentren wie Michigan oder die Südstaaten haben große Schwierigkeiten.
Holger Bahr: Die Veränderung der Wirtschaftsstruktur war auch früher ein Thema. In der Vorbereitung auf dieses Gespräch bin ich auf einen Artikel aus dem Time Magazine von 1961 gestoßen, in dem der Autoindustrie aufgrund der zunehmenden Wettbewerbsintensität schwierige Zeiten vorhergesagt wurden. Auch 1988 gab es eine große Angst vor der Überlegenheit der Japaner und der Verschuldung der USA. Das wirkt wie ein Déjà-vu.

Wie haben es die Amerikaner damals geschafft, aus der Krise zu kommen?

Holger Bahr: Ihr Grundoptimismus hat sie über die schwierigen Zeiten gebracht. Die Amerikaner waren immer in der Situation, dass andere Länder aufholen. Aber sie haben es auch immer wieder geschafft, in einem Wettbewerbsumfeld zu bestehen – wenn auch mit einer kleineren Industrie.

Früher spielte der Konsum eine entscheidende Rolle im Aufschwung. Das scheint heute nicht mehr so sehr der Fall zu sein.

Michael Discher-Remmlinger: Je länger die Leute arbeitslos sind, desto größer wird die Verunsicherung. Auch die alte Regel, dass das Eigenheim im Wert steigt, gilt nicht mehr. Deswegen bleibt der Konsum hinter seinem Potenzial zurück.
Katja Dofel: Der entscheidende Unterschied besteht darin, dass viel mehr Schulden da sind als jemals zuvor. Die privaten Haushalte beginnen jetzt damit, ihre Schulden zurückzufahren. Das verhindert natürlich höhere Konsumausgaben.
Irwin Collier: Wenn alle sparen, kann der Konsum nicht steigen. Deshalb muss der Staat kurzfristig einspringen und zugleich langfristig glaubwürdig zeigen, dass alle künftigen Ausgaben unter Kontrolle sind.

Also noch mehr Schulden?

Holger Bahr: In den USA kann sich ein einmal gegebener Impuls schneller umwandeln als in Europa. Dennoch ist der Punkt erreicht, an dem nicht mehr ohne Weiteres gesagt werden kann: „Wir satteln noch ein Konjunkturprogramm drauf.“
Katja Dofel: Ich frage mich manchmal, wie das Ganze wieder auf solidere Beine gestellt werden soll. Man kann ja nicht endlos Dollars drucken, um Löcher zu stopfen. Ich habe das Gefühl, Amerika hat sich gegenüber Ende der 1990er-Jahre, als ich dort lebte, unglaublich verändert. Allein die Tatsache, dass es Politiker gibt, die den Staatsbankrott riskieren, ist etwas Neues.
Irwin Collier: Der Kongress und der Präsident blockieren sich derzeit gegenseitig. Die Kompromissfähigkeit, die das amerikanische politische System stets auszeichnete, hat gerade so dazu gereicht, die Zahlungsunfähigkeit der USA zu vermeiden.

Stehen wir am Anfang vom Ende der Dominanz des US-Dollars als Weltwährung?

Holger Bahr: Grundsätzlich wird heute ja nicht mehr am grünen Tisch über Weltwährungen entschieden. Die Vereinigten Staaten haben einen gigantischen Kapitalmarkt. Momentan ist nur der US-Dollar in der Lage, die Funktion einer Weltwährung zu übernehmen.

China wird nachgesagt, dass es seinen 1 Billion Dollar umfassenden Bestand an US-Schatzanweisungen abbauen wolle. Sind die USA noch ein erstklassiger Schuldner?

Holger Bahr: US-Staatsanleihen finden trotz der vergleichsweise niedrigen Verzinsung noch immer Absatz. Deshalb würde ich das, was die Chinesen machen, nicht als Flucht aus dem Dollar, sondern als Diversifizierung betrachten.
Michael Discher-Remmlinger: Die Frage, ob die Ratingbestnote „AAA“ für die USA noch gerechtfertigt ist, haben die Märkte zurzeit mit einem „Ja“ beantwortet. Kreditausfallversicherungen für US-Anleihen stehen aktuell bei 55 Basispunkten, für deutsche Anleihen kosten sie 85, für französische 165 Basispunkte.* Es gibt natürlich Szenarien, in denen es zu Problemen kommen kann. Im Rentenfondsmanagement der Deka Investment versuchen wir daher, mit Absicherungsmaßnahmen vorzubeugen: zum Beispiel durch Übergewichtung von Schwellenländern oder den Kauf von Kreditausfallversicherungen.
* Stand: 10. August 2011

Kommen wir zum Abschluss nochmals auf die starken Seiten der USA zu sprechen.

Irwin Collier: Der technische Fortschritt steht in den USA unter der Unschuldsvermutung. Das bedeutet: Die Amerikaner probieren Neues einfach, und wenn etwas schiefgeht, wird eben sauber gemacht. In Europa will man erst gar keinen Fehler machen. Die Amerikaner hingegen glauben, dass es leichter ist, um Vergebung zu bitten statt um Erlaubnis.
Michael Discher-Remmlinger: Solange der amerikanische Traum nicht erschüttert ist, wird sich Amerika immer wieder am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen, wie das in der Vergangenheit schon mehrfach gelungen ist. Die USA sind „too big to fail“, also zu wichtig für viele andere, als dass sie fallen gelassen würden. Deswegen lassen sich Griechenland und die USA auch überhaupt nicht vergleichen.

Katers Welt

Euro unter Druck

Die Staatsverschuldung in der Eurozone ist mit Beginn der Krise in Griechenland in den Fokus von Politik und Wirtschaft gerückt. Immer mehr Länder geraten in finanzielle Bedrängnis. Deutschland gehört zu den stabilen Staaten, die für das ökonomische Scheitern der Partner aufkommen müssen. Lohnt es sich dennoch, am Euro festzuhalten?
Jede Menge Probleme mit dem Euro. Da hilft es auch nicht, dass die USA jetzt ebenso schlecht wie einige Mitgliedstaaten der EU dastehen, weil es nicht gelungen ist, eine tragfähige Strategie gegen die fortschreitende Staatsverschuldung zu entwerfen. Den politischen Akteuren der großen Industrieländer scheint angesichts dieser Entwicklung lediglich die Hilflosigkeit ins Gesicht geschrieben zu sein. Die Finanzmärkte wiederum signalisieren nach einer vier Jahrzehnte währenden Phase steigender Defizite nun immer deutlicher, dass die
Grenzen der Staatsverschuldung erreicht sind.
Hinzu kommt noch, dass das Ausmaß der Schulden-
belastung in Europa sehr unterschiedlich ausgeprägt ist: Auf der einen Seite steht Griechenland als das erste Land, das überschuldet ist. Daneben kämpfen auch Irland, Portugal und sogar Italien darum, das Ruder noch herumzureißen. Auf der anderen Seite stehen EU-Staaten, die traditionell zu den solideren und stärkeren Regionen des Euroraums zählen, und die inzwischen Gläubigerpositionen gegenüber einigen schwächeren Ländern eingenommen haben. Zu den Gläubigern gehören etwa Deutschland, aber auch Frankreich und noch andere Länder. Wir sollten nicht so tun, als würden wir allein ganz Europa „durchfüttern“.
Lohnt es sich für diese Länder – also auch für Deutschland –, bei einem solchen Club dabei zu sein, bei dem man nicht sicher sein kann, dass die anderen nicht die Vereinskasse verprassen? Ein paar Fakten zeigen, dass Deutschland von der Währungsunion trotz der aktuellen Krisenstimmung profitiert: Unser Handel mit den Europartnern ist nach der Einführung der Gemeinschaftswährung nochmals angestiegen. Diese Tendenz wird anhalten, selbst wenn gegenwärtig in vielen Ländern rigoros gespart werden muss. Der gemeinsame Währungsraum führt zu einer Konzentrationsbewegung der Produktion in Europa hin zu den wettbewerbsfähigen Regionen – und das ist insbesondere Deutschland. Der Euro hat viele Erleichterungen im innereuropäischen Finanzsystem ermöglicht: Auslandsüberweisungen sind kostengünstiger und können schneller realisiert werden. Bei Auslandsreisen entfallen die Mehrkosten, die früher durch den Geldumtausch entstanden sind. Der Euro ist schnell zu einer Weltwährung aufgestiegen, was bedeutet: Europa hat etwas zu sagen, wenn es um monetäre Angelegenheiten geht. Das zeigt sich daran, dass China die Weltreserven durch den Euro ergänzt sehen möchte, und die Ölförderländer hin und wieder überlegen, den Ölpreis in Euro zu notieren, sollte sich der US-Dollar noch weiter abschwächen.
Es lohnt sich also für Deutschland, mal abgesehen von der enormen Bedeutung des Euro für die politische Stabilität des europäischen Kontinents. Es lohnt sich allerdings nicht um jeden Preis. Voraussetzung für Deutschlands Mitgliedschaft im Club ist eine stabile Währung – und die ist gegeben. Und für alle Solidaritätsbemühungen sollte gelten: Wer zahlt, darf auch über die Verwendung der Mittel mitbestimmen. Wenn schon Unterstützungsleistungen erbracht werden, die bislang „nur“ Kredite und keine Transfers sind, dann muss im Gegenzug für alle Länder eine Verschuldungsgrenze definiert werden, die nicht überschritten werden darf. Hieran muss noch gearbeitet werden, damit die Eurozone auch langfristig bestehen kann – und daraus keine dauerhafte Problemzone wird.