
Sie fragen, unsere Experten antworten
Die weltweiten Anlagemöglichkeiten und die vielversprechenden Zukunftsaussichten der Rohstoff- und Energiebranche standen im Mittelpunkt unserer Leseraktion im März. Die Experten der DekaBank gaben Auskunft.
Ich möchte den Rentenanteil meines Depots breiter aufstellen. Welche Fondslösungen berücksichtigen auch die Emerging Markets?
Die wirtschaftliche Struktur vieler Schwellenländer hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Hohe Währungsreserven und wirksame Reformen sorgten dafür, dass einige aufstrebende Staaten wie Indien oder China die Finanzmarktkrise besser meisterten als manche Industrienation. Auch die Bonität vieler Schwellenländer ist besser geworden und bestätigt den Konvergenztrend, also die Annäherung an das Niveau der Industrieländer. Die Voraussetzungen für weiterhin hohe Wachstumsraten sind vielversprechend – davon können auch Privatanleger profitieren. Beispielsweise mit DekaLuxTeam-EM Bond, der überwiegend in Hartwährung anlegt. Das heißt, mindestens 90 Prozent der Anleihen notieren in Euro oder sind durch Euro-Papiere abgesichert. Deka-Global ConvergenceRenten kann dagegen auch Papiere erwerben, die in Lokalwährung notieren, und ermöglicht Anlegern so eine zusätzliche Chance auf Währungsgewinne. Für eine Laufzeit von fünf Jahren bietet sich Deka-RentSpezial EM 12/2014 an. Das Portfolio beinhaltet Anleihen von 30 Emittenten, die bis zum Laufzeitende nicht verändert werden.
Ist jetzt der richtige Zeitpunkt für den Einstieg in die globalen Aktienmärkte? Und welcher Fonds bietet sich dafür als Basis an?
Den optimalen Zeitpunkt für eine Investitionsentscheidung zu bestimmen ist immer schwierig, da niemand die Entwicklung an den Märkten exakt vorhersehen kann. Das positive fundamentale Umfeld spricht aber dafür, dass die Aktienanlage auf mittlere bis lange Sicht anderen Anlageformen wie Staatsanleihen oder Geldmarkttiteln überlegen sein wird. Kurzfristig können Rückschläge am Aktienmarkt aber nie ausgeschlossen werden. Privatanleger, die an der Entwicklung der globalen Aktienmärkte partizipieren wollen, können beispielsweise in DekaLuxTeam-GlobalSelect investieren. Das Management streut die Anlagen des Fonds breit über diverse Regionen und Branchen und reduziert so das Risiko gegenüber einer Direktanlage. Im Portfolio werden nur Unternehmen berücksichtigt, die sich durch eine sehr gute Bonität und beste Erfolgsaussichten auszeichnen.
Welche Branchen werden sich in den kommenden Monaten überdurchschnittlich entwickeln?
Vor allem konjunkturzyklische Branchen sollten von der weltweiten konjunkturellen Erholung und dem anhaltenden Aufholprozess von Ländern wie China, Indien oder Brasilien profitieren. Insbesondere in den Bereichen Rohstoffe und Energie sehen wir großes Wertsteigerungspotenzial. Durch den hohen Ressourcenbedarf der Wirtschaft ziehen die Rohstoffpreise an. Mit einem Investment in Rohstofffonds, beispielsweise Deka-Commodities, können Anleger direkt von dieser Entwicklung profitieren. Die Rendite des Fonds entwickelt sich weitestgehend unabhängig von den Aktien- und Rentenmärkten, da das Fondsmanagement die Chancen der internationalen Rohstoffmärkte unmittelbar über Derivate auf Rohstoffindizes nutzt. Die Experten verteilen das Fondsvermögen unter anderem auf Energie, Industrie- und Edelmetalle oder Land- und Viehwirtschaft. So vermeiden sie Extrempositionen in einzelnen Sektoren und gewährleisten, dass die Wertentwicklung nicht von der Preisentwicklung einzelner Rohstoffe abhängt. Um das Rohstoffengagement mit Aktien abzubilden, eignet sich zum Beispiel DekaLux-GlobalResources CF als Basisanlage. Durch die relativ hohen Ausschüttungen insbesondere der Ölkonzerne im Portfolio bietet das Investment auch eine attraktive Dividendenrendite. Für eine langfristige und nachhaltige Geldanlage in den Segmenten erneuerbare Energien, Wasser und Umwelttechnologie ist der weltweit anlegende Aktienfonds Deka-UmweltInvest interessant. Noch breiter sind die Dachfonds DekaSelect: Nachhaltigkeit aufgestellt, die auf verschiedene Nachhaltigkeits- und Zukunftsthemen setzen. Unabhängig von der konjunkturellen Lage sollten sich diese Bereiche auf lange Sicht stabil entwickeln.
Worauf muss ich bei der Strukturierung meines Depots achten?
Die Aufteilung des Vermögens auf verschiedene Anlagesegmente hängt immer von der persönlichen Situation ab. Diese sollten Anleger im Vorfeld einer Anlageentscheidung mit ihrem Sparkassenberater besprechen. Wichtig ist dabei, alle Aspekte einzubeziehen, die die Vermögenssituation beeinflussen: Wie hoch ist mein Vermögen und wie setzt es sich zusammen? Wie hoch ist das Risiko, das ich einzugehen bereit bin? Ist der Erhalt meines Kapitals gewährleistet? Welche Optimierungsmöglichkeiten gibt es und wie kann ich diese an meine persönliche Entwicklung anpassen? Wie ist die Nachsteuerrendite einzuschätzen? Wie hoch ist der laufende Liquiditätsüberschuss aus bestehenden Vermögensanlagen, oder gibt es einen sukzessiven Vermögensverzehr? Investmentfonds bieten für alle Voraussetzungen und Ziele eine Lösung. Erfahrene Anleger, die ihre Vermögensanlage selbst in die Hand nehmen möchten, können auf ein vielseitiges Produktangebot der DekaBank und ihrer internationalen Kooperationspartner zurückgreifen. Die Palette von mehr als 600 Investmentfonds aus dem Aktien-, Renten- und Geldmarktbereich hält für jeden Anlegertyp – von konservativ bis chancenorientiert – das passende Produkt bereit. Wer die Auswahl erfahrenen Experten anvertrauen möchte, kann auf die Dachfondsreihe Deka-Struktur oder das Sparkassen-DynamikDepot zurückgreifen.
Wenn ich einmal groß bin ...
Studium, die erste Wohnung, ein Auto – das erscheint in jungen Jahren weit weg und unbezahlbar. Für eine gute Ausbildung und die Erfüllung großer und kleiner Wünsche können Eltern bereits heute den Grundstein legen. Wie? Das zeigt fondsmagazin im zweiten Teil der Serie Fondssparen.
LEA hat sich mit ihren sieben Jahren vorgenommen, Tierärztin zu werden. Damit es mit dem Studium reibungslos klappt, benötigt sie aber nicht nur gute Noten, sondern auch finanzielle Unterstützung. Deshalb haben die Schütts, die Eltern aus der fiktiven „Deka-Familie“, für ihre Tochter bereits heute einen Deka JuniorPlan eingerichtet und sparen mit Hilfe des Laufzeitfonds Deka-Zielfonds 2020–2024.
TOBIAS träumt vom eigenen Motorboot. Um bei einer regelmäßigen Mindestsparrate von 25 Euro seinem Wunsch in den nächsten Jahren ein Stück näher zu kommen, hat er sich für den Dachfonds DekaStruktur: 5 Chance entschieden. Bei diesem Dachfonds können die Fondsmanager bis zu 100 Prozent in Aktienfonds investieren. Tobias nimmt das damit verbundene Wertschwankungsrisiko gern für die höheren Chancen bei der Renditeentwicklung in Kauf.
Je höher der Bildungsabschluss, desto höher das Gehalt. So lautet das Ergebnis einer Umfrage der Vergütungsberatung Personalmarkt
(-> Bildung zahlt sich aus). Eine gute Ausbildung ist also bares Geld wert – und Eltern sind zunehmend bereit, in die Schullaufbahn ihrer Kinder zu investieren. Professionelle Nachhilfeinstitute und private Schulen verzeichnen seit Jahren eine steigende Nachfrage. 2008 besuchte jeder 13. Schüler bundesweit eine Bildungseinrichtung in freier Trägerschaft, berichtet der Verband Deutscher Privatschulverbände. Auch das Interesse an Auslandsaufenthalten ist, trotz der Schulzeitverkürzung in einigen Bundesländern, weiterhin groß – und das kann teuer werden: „Pro Schuljahr an einem englischen Internat müssen Eltern mit durchschnittlich 17.250 Euro rechnen, zwischen 6.000 und 9.400 Euro kostet ein Austauschjahr an einer öffentlichen Highschool in den USA“, sagt Jens Hirschfeld vom Bildungsberatungsdienst Weltweiser.
Ein Studium belastet die Familienkasse zusätzlich: „46.200 Euro kostet eine zehnsemestrige Hochschulausbildung – ohne Studiengebühren“, weiß Rolf Dobischat, Präsident des Deutschen Studentenwerks. Noch teurer können die Unis im Ausland werden: Ein Tiermedizinstudium an der New Yorker Elitehochschule Cornell schlägt beispielsweise mit etwa 30.800 Euro pro Studienjahr zu Buche.
Je früher, desto besser
Dementsprechend sollten Eltern die Kosten so früh wie möglich bei ihrer Finanzplanung berücksichtigen – so erhöhen sie die eigene Flexibilität und verbessern die Chancen für den Nachwuchs. Solide Basis für die Ausbildungsfinanzierung kann ein Fondssparplan sein. Regelmäßige Raten ab 25 Euro oder Einmalzahlungen sorgen über die Jahre für einen systematischen Vermögensaufbau. Mit dem Deka JuniorPlan bietet die DekaBank das passende Produkt für die finanzielle Förderung des Nachwuchses. „Die Eltern eröffnen ein Depot und wählen einen Fondssparplan aus, in den auch Großeltern oder Paten bequem einzahlen können“, sagt Elmar Gaugenrieder vom Segmentmanagement der DekaBank. Wählen können sie zum Beispiel zwischen Zielfonds mit und ohne Garantie, Dachfonds oder Aktienfonds. „Wegen des angepeilten Zeitpunkts empfiehlt sich für die meisten Familien sicherlich ein Zielfonds. Der hohe Aktienfondsanteil zu Beginn eröffnet Renditechancen, während gegen Ende des Anlagezeitraums die erzielten Wertzuwächse durch die Umschichtung in schwankungsärmere Anlageklassen gesichert werden“, erläutert Deka-Experte Gaugenrieder.
Für jeden das Richtige
Für die siebenjährige Lea aus der fiktiven „Deka-Familie“ hat der Sparkassenberater den Laufzeitfonds Deka-Zielfonds 2020-2024 empfohlen. Das bedeutet, dass die Anlagestrategie mit Blick auf das Jahr 2020 optimiert wird – der Zeitpunkt, wenn Lea 18 Jahre alt wird, Abitur macht und danach ihr Tiermedizinstudium beginnt. Leas Eltern legen jeden Monat 184 Euro Kindergeld an. 5 Prozent Rendite pro Jahr halten sie für realistisch, so dass sie für ihre Tochter in zehn Jahren ein Startkapital von ungefähr 28.000 Euro* angespart haben könnten.
Ganz andere Zukunftspläne schmiedet Leas Bruder Tobias. Der 18-Jährige steckt schon mitten in der Ausbildung und verdient sein eigenes Geld. Davon möchte er sich unbedingt ein Motorboot kaufen. Seinen Eltern ist jedoch die finanzielle Vorsorge wichtiger. Mit Hilfe des Sparkassenberaters fanden sie eine Lösung: Nun kombiniert Tobias drei Sparformen mit dem Deka-Bank-Paket EasyStart – und sichert sich so Zuschüsse von Arbeitgeber und Staat. Von seinem Chef erhält Tobias monatlich 26 Euro als vermögenswirksame Leistungen (VL). Diese stockt er auf und zahlt insgesamt 40 Euro monatlich in einen Aktienfonds. Zusätzlich erhält er jährlich 80 Euro Arbeitnehmer-Sparzulage vom Staat, die auch in seinen VL-Vertrag fließen. Zweiter Baustein ist ein Riester-geförderter Fondssparplan, in den Tobias vierteljährlich 30 Euro einzahlt. Hier gibt es einen jährlichen Zuschuss vom Staat in Höhe von 154 Euro – plus einen einmaligen Bonus von 200 Euro, weil Tobias jünger als 25 Jahre ist. Dann zahlt der Azubi noch 25 Euro monatlich in den Dachfonds DekaStruktur: 5 Chance, um seinem Motorboot näher zu kommen.
Immer verfügbar
Die Aufteilung in drei verschiedene Töpfe erhöht die Flexibilität. Gerade Berufseinsteiger haben doch einmal kurzfristigen Finanzbedarf – für eine größere Anschaffung oder weil der Umzug in die eigene Wohnung ansteht. Für Fondssparer kein Problem: „In diesem Fall könnte zunächst über das Kapital des DekaStruktur-Fondssparplans verfügt werden, statt förderschädlich auf den VL-Vertrag oder gar den Riester-Vertrag zurückzugreifen“, erläutert Elmar Gaugenrieder. Von dieser Möglichkeit möchte Tobias zwar keinen Gebrauch machen, aber er schätzt die Gewissheit, finanziell auf eigenen Beinen zu stehen und im Falle eines Falles sein Erspartes in der Hinterhand zu haben.
Falls der Fehlerteufel zuschlägt
Getreu dem Motto „Kontrolle ist besser“ lohnt es sich, Steuerbescheide genau zu prüfen. Denn eigene Fehler oder die der Finanzbeamten können ins Geld gehen.
Bei rund 100 Steuergesetzen in Deutschland und über 90.000 Verwaltungsvorschriften ist es nicht verwunderlich, dass sich Fehler in Steuerbescheide einschleichen können. So müssen die Finanzbehörden laut Angaben des Bundesfinanzministeriums jedes Jahr rund fünf Millionen Einsprüche bearbeiten. In mehr als der Hälfte der Fälle bekommen die Steuerzahler Recht. Das bedeutet: Sie müssen weniger zahlen oder erhalten mehr Geld zurück.
Systematisch prüfen
Grundsätzlich sollten Steuerzahler keinen Bescheid ungeprüft zu den Akten legen, selbst wenn eine auf den ersten Blick hohe Erstattung herausgekommen ist. „Vielleicht hätte es mehr sein können“, gibt Jürgen Faust, Steuerberater in Neuwied, zu bedenken. Er empfiehlt jedem, der sich selbst an die Kontrolle traut, systematisch die Formalien zu prüfen und anschließend die typischen Fehlerquellen durchzugehen:
1. Stimmen die Angaben im Bescheid mit den deklarierten Einkünften überein?
2. Sind angegebene Verluste – etwa aus Gewerbebetrieb oder aus Kapitalvermögen – berücksichtigt worden?
3. Hat das Finanzamt alle Werbungskosten anerkannt? Wenn nicht, sollten die Gründe in den Erläuterungen stehen.
4. Wurde die gezahlte Kirchensteuer korrekt abgezogen?
5. Sind Sonderausgaben für die Altersvorsorge oder die Kranken- und Arbeitslosenversicherung berücksichtigt worden?
6. Wurde die Riester-Rente steuermindernd angesetzt? Stimmt die Zulage?
7. Sind Frei- und Pauschbeträge wie Ausbildungsfreibetrag oder Pflegepauschale berücksichtigt worden?
8. Ist es sinnvoll, Kapitalerträge trotz Abgeltungsteuer detailliert aufzuführen? Das macht Sinn bei einem Grenzsteuersatz unter 25 Prozent. Hat der Steuerzahler etwa ein Depot im Ausland, müssen die dort erzielten Kapitalerträge in jedem Fall angegeben werden.
9. Wurde der Sparer-Pauschbetrag (801 Euro für Alleinstehende, 1.602 Euro für Zusammenveranlagte) durch Freistellungsaufträge ausgeschöpft? Wenn nicht, sollten Steuerzahler die Anlage KAP für Kapitaleinkünfte nachreichen.
„Zeigen sich Ungereimtheiten oder müssen einzelne Positionen nachdeklariert werden, ist Eile geboten“, rät Experte Faust. Denn einen Monat nach Zugang des Steuerbescheids wird dieser rechtskräftig. Die Monatsfrist beginnt drei Tage nach dem Versand durch das Finanzamt.
Fehler korrigieren
Nicht nur das Finanzamt macht gelegentlich Fehler, sondern auch der Steuerzahler selbst – weil er zum Beispiel vergessen hat, Werbungskosten anzugeben. Solch offensichtliche Versehen sind innerhalb der Monatsfrist mit einem formlosen Antrag auf schlichte Änderung des Steuerbescheids aus der Welt zu schaffen. Der Antrag bezieht sich dabei nur auf den konkreten Sachverhalt. Im Übrigen bleibt der Steuerbescheid bestehen.
Bei größeren Fehlern ist der formellere Weg über einen Einspruch angebracht. Dieser ist ebenfalls innerhalb eines Monats schriftlich beim Finanzamt einzulegen und bezieht sich auf den Steuerbescheid insgesamt. Liegt bereits ein ähnlich gelagerter Fall bei den Finanzgerichten, empfiehlt es sich, den Einspruch mit einem Antrag auf Ruhen des Verfahrens zu kombinieren
(-> Wichtige offene Verfahren). Bei einem positiven Ausgang des Parallelverfahrens prüft die Finanzbehörde den Bescheid erneut. Erkennt sie das Gerichtsurteil für den eigenen Fall an, gibt es automatisch Geld zurück. Wer darüber hinaus einen Antrag auf Aussetzung der Vollziehung stellt, kann verhindern, dass das Finanzamt trotz des noch offenen Verfahrens das Geld eintreibt. Stellt sich der Bescheid jedoch als richtig heraus, fallen Zinsen für die verzögerte Zahlung an.
Einspruch hilft nicht immer
Ein Einspruch ist aber nicht ohne Risiken. Denn damit wird der komplette Steuerfall noch einmal intensiv geprüft und gegebenenfalls zu Ungunsten des Steuerzahlers korrigiert. „Eine Schlechterstellung muss das Finanzamt aber vorab ankündigen und begründen“, beruhigt Rüdiger Fromm, Rechtsanwalt und Steuerberater aus Koblenz. Dann ist eine Abwägung nötig: Bringt der Erlös mehr als die Belastungen durch nachträgliche Korrekturen? Wenn nicht, reicht es, den Einspruch zurückzunehmen.
Kommt es zu keiner gütlichen Einigung, gibt es zwei Möglichkeiten: akzeptieren oder klagen. Berater Fromm: „Klagen sollte man tunlichst nur nach Rücksprache mit einem Experten und Abwägung der Kosten.“ Es gibt aber durchaus realistische Aussichten auf Erfolg: In ungefähr der Hälfte der abgeschlossenen Revisionsverfahren entscheidet der Bundesfinanzhof laut seinem Jahresbericht 2009 zu Gunsten der Kläger.
Es gibt viel zu helfen – gehen wir’s an!
Millionen Deutsche wollen Gutes tun, sich ehrenamtlich engagieren. Ob es um Entwicklungs- oder Nachbarschaftshilfe geht: über Freiwilligenagenturen kann jeder ein passendes Projekt für die Mitarbeit finden.
„Einfach mal machen. Nicht lange diskutieren, sondern einfach mal machen.“ Das dachte Cornelia Ehlers, als sie im Sommer 2008 ins Flugzeug nach Kamerun stieg. Ein Jahr zuvor war die Studentin für ein Praktikum in das afrikanische Land gereist, nun wollte sie mit ihrem Lebensgefährten Johannes Hertlein den Menschen vor Ort beibringen, wie sie aus Wind und Sonne Strom gewinnen können. Den Flug bezahlten sie aus eigener Tasche, große Sponsoren hatten sie trotz monatelanger Suche nicht gefunden. „Wir waren hartnäckig, und das wurde belohnt“, sagt die 29-Jährige heute. Als die beiden zurückkehrten, hatten sie einige Handwerker ausgebildet. Von da an kam die Sache ins Rollen: 2008 nahm das Paar am bundesweiten „Startsocial“-Wettbewerb teil – und ihr Verein „Green Step“ belegte den ersten Platz. Mit dem Preisgeld und anderen Fördermitteln hatten Ehlers und Hertlein nun eine finanzielle Basis, um ihre Arbeit fortzusetzen.
Ob es ein ehrgeiziges eigenes Projekt in Afrika oder die Mitarbeit im Kindergarten in der Nachbarschaft ist: Für Interessierte gibt es verschiedenste Möglichkeiten, sich ehrenamtlich zu engagieren.
Keine Frage des Geldes
Nicht jede Initiative steht und fällt mit der Finanzierung. Christian Völker etwa baut gemeinsam mit anderen Freiwilligen im Internet ein digitales Archiv mit historischen Dokumenten aus der Hansestadt Hamburg auf. Ihre Vision: Die Bürger sollen „
www.stadtteilgeschichten.net“ mit eigenen Erinnerungen zu den gezeigten Orten ergänzen. Der Informatiker Völker: „Seit ich vor zehn Jahren nach Hamburg gezogen bin, fasziniert mich die Stadt. Außerdem ist das Projekt eine gute Gelegenheit, um zu zeigen, dass das Internet nicht nur schnelllebig, sondern auch beständig ist.“ Die Mitglieder des Vereins haben eine ganze Reihe von Ideen, die auf Umsetzung warten: So wollen sie ihre Ausstellung mit einem Videobeamer in Seniorenheimen und Cafés vorstellen. Sie hoffen, dass dort ältere Menschen, die eher selten online sind, Bilder erkennen und hierzu weitere Informationen geben können. „Solche Veranstaltungen müssen aber sorgfältig vorbereitet werden. Wenn wir keine weiteren Mitglieder gewinnen, schaffen wir das nicht regelmäßig“, erklärt Völker. Der kleinen Gruppe fehlt es nicht an Geld, sondern an Menschen. Christian Völker lässt sich vom personellen Engpass aber nicht stoppen. Er glaubt an seine Idee und arbeitet daran, viele Hamburger für sein interaktives Stadtarchiv zu gewinnen.
Die Bereitschaft ist groß
„Mich erstaunt die Hartnäckigkeit vieler Freiwilliger stets aufs Neue. Wer einmal beschlossen hat, sich gemeinnützig zu engagieren, lässt sich nicht so schnell wieder davon abbringen“, betont Carola Schaaf-Derichs vom Sprecherrat des Bundesnetzwerks Bürgerschaftliches Engagement. „Häufig steckt dahinter eine tief sitzende Motivation.“ Mehr als ein Drittel der Deutschen arbeitet in der Freizeit ehrenamtlich, ein weiteres Drittel bekundet Interesse daran, so das Ergebnis einer repräsentativen Untersuchung der Bundesregierung aus dem Jahr 2009. Dass viele Menschen trotzdem passiv bleiben, liegt oft am fehlenden Ansprechpartner. Dabei ist der Weg zum Ehrenamt gar nicht weit.
Eine Vermittlungsform für ehrenamtliche Helfer sind Freiwilligenagenturen. Mehr als 300 solcher Organisationen gibt es in Deutschland. Durch Eingabe von Postleitzahl oder Wohnort können Interessierte etwa auf der Internetseite
www.bagfa.de nach Agenturen in ihrer Nähe suchen. Die Ansprechpartner beraten und informieren bei Gründung und Aufbau neuer Projekte. Und sie geben Antworten auf viele Fragen: Wie können Interessenten sich einbringen? Welche Organisationen sind vor Ort aktiv? Wo werden Helfer gesucht? „Die Angebote sind ebenso vielfältig wie die Anfragen“, so Schaaf-Derichs, die selbst in einer vom Land Berlin geförderten Agentur arbeitet. Rund 10 Prozent aller gemeinnützigen Engagements entfallen auf Tätigkeiten in Sportvereinen – etwa Ehrenämter in Vorstand, Jugendförderung oder Verwaltung. Es folgen unter anderem Kirche und Religion (7 Prozent), Schule und Kindergarten (7 Prozent) sowie soziale Aktivitäten (5 Prozent). Die Motivation der Helfenden ist dabei sehr unterschiedlich. So kann die ehrenamtliche Tätigkeit für die Freiwilligen über idealistische Beweggründe hinaus bereichernd sein. Gerade junge Menschen übernehmen häufig ein Maß an Verantwortung, das sie in der Ausbildung oder in den ersten Arbeitsjahren noch nicht kennen. „Sie erwerben so Kompetenzen, die ihnen im Berufsleben von Nutzen sein können“, erklärt Schaaf-Derichs. Die älteren „Ehrenämtler“ bleiben gesellschaftlich aktiv, und Berufstätige knüpfen womöglich wichtige Kontakte – beide Gruppen geben ihr Wissen weiter. „Die Lebens- und Berufserfahrungen, die jeder mit einbringt, sind von großer Bedeutung“, sagt Schaaf-Derichs. So hat zum Beispiel Peter Heidemann im Förderverein der evangelischen Kreuzkirche Oberursel das Amt des Kassenprüfers übernommen, die Kompetenzen bringt der Mitarbeiter der DekaBank aus seinem Beruf gleich mit. Die Kirchenorgel wurde seit den 1960er-Jahren nicht mehr umfassend instand gesetzt, nun sammeln die rund 70 Vereinsmitglieder Geld für eine Restaurierung. Auch hier hat Heidemann etwas „mitgebracht“. Er konnte seinen Arbeitgeber von dem Projekt überzeugen und hatte Glück: Unter 290 Bewerbungen von Mitarbeitern der Bank, die „ihr“ gemeinnütziges Projekt zur Förderung vorschlugen, wurde die „Heidemann-Orgel“ im Rahmen der Aktion „DekaBank – Engagiert vor Ort“ ausgelost.
„Bewundernswerter Einsatz“
Franz S. Waas, Ph.D., Vorstandsvorsitzender der DekaBank
Herr Waas, welche Bedeutung hat gesellschaftliches Engagement für die DekaBank?
Für ein Mitglied der Sparkassen-Finanzgruppe gehört es quasi zum „genetischen Code“, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Denn die Sparkassen sind seit mehr als 200 Jahren in ihrer Region verwurzelt und verfolgen eine Geschäftspolitik, die sich am Gemeinwohl orientiert. Aus dieser Tradition leiten wir den Auftrag ab, mit unserem Engagement zu einer lebenswerten Zukunft beizutragen.
Wie sieht der Beitrag der DekaBank aus?
Kinder sind die Zukunft unserer Gesellschaft und deshalb auch ein Schwerpunkt unseres sozialen Engagements. Wir unterstützen beispielsweise die Deutsche Kinder-Krebshilfe, fördern die Einrichtung „Arche“ für bedürftige Kinder in Frankfurt am Main und die Don Bosco Mission, die insbesondere den Kindern in der Dritten Welt sowie in Osteuropa die Aus- und Weiterbildung ermöglicht. Die DekaBank ist darüber hinaus aber auch in der Sport-, Kunst- und Kulturförderung aktiv. Und wir unterstützen unsere eigenen Mitarbeiter bei ihren Projekten.
Auf welche Art und Weise?
Zahlreiche Beschäftigte der DekaBank übernehmen privat ehrenamtliche Aufgaben in Schulen, Sportvereinen oder gemeinnützigen Organisationen. Ein bewundernswerter Einsatz, den wir sehr gerne fördern. Seit 2006 können sich Mitarbeiter immer in der Weihnachtszeit im Rahmen der Aktion „Deka-Bank – Engagiert vor Ort“ mit „ihrem“ Projekt um eine Spende bewerben. Aus den Bewerbungen losen wir 25 aus, die je 1.000 Euro erhalten, um zum Erfolg dieser lokalen Projekte beizutragen.