Trends & Leben

Bildung

Pauken für die Volkswirtschaft

Laut einer OECD-Studie können Investitionen in Schulen und Universitäten Wachstumseffekte im vierstelligen Milliardenbereich auslösen.
25 PISA-Punkte = 5.000 Milliarden
Die Vorstellung, Bildungsausgaben seien Kosten, an denen man auch sparen kann, wird zunehmend widerlegt. Denn richtig eingesetzt lassen sie auf lange Sicht hohe Einnahmen für die gesamte Volkswirtschaft erwarten. Eine aktuelle Studie bestätigt dies mit beeindruckenden Zahlen: Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat erstmals exakt vorgerechnet, was Bildung bringen kann: Wenn Deutschland auf der PISA-Skala, die das Bildungsniveau der OECD-Staaten vergleicht, innerhalb von 20 Jahren um 25 Punkte steigen würde, könnte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den kommenden 80 Jahren insgesamt um geschätzte 5 Billionen Euro höher ausfallen. Bei einer Angleichung an das Niveau des PISA-Spitzenreiters Finnland läge der Effekt bei 10 Billionen Euro. Das ist mehr als das Vierfache der Wirtschaftsleistung unseres Landes im Jahr 2009. Höhere Investitionen führen zu stärkerer Wettbewerbsfähigkeit, so lautet das klare Fazit der Untersuchung.

Erstaunliche Ergebnisse

Wie kommen die Autoren der Studie, Stanford-Wissenschaftler Eric A. Hanushek und Bildungsökonom Ludger Wößmann aus München, auf die gigantischen Zahlen? Sie haben Wirtschaftsdaten aus 23 OECD-Staaten analysiert und daraus die Schätzung abgeleitet, dass 50 PISA-Punkte mehr einen positiven Wachstumseffekt von 0,87 Prozent pro Jahr beim BIP zur Folge haben. Der Grund: Besser ausgebildete Menschen haben beispielsweise die Fähigkeit, neue Technologien zu entwickeln oder hochwertigere Produkte herzustellen – dadurch steigt das Niveau der gesamten Volkswirtschaft. Dies geschieht aber nicht über Nacht. Erst muss sich eine effizientere Bildung durchsetzen, davon profitieren dann Kinder und Heranwachsende, und wenn diese schließlich Schritt für Schritt ins Berufsleben einsteigen, machen sich die Vorteile in barer Münze bemerkbar. Bis sich die volle Wirkung des steigenden Bildungsniveaus entfaltet, vergehen nach Annahmen der OECD-Wissenschaftler 40 Jahre. Die Forscher weisen selbst darauf hin, dass ihre komplexen Schätzungen mit Unsicherheiten behaftet sind – deshalb haben sie drei unterschiedliche Szenarien entwickelt. Ihr Hauptszenario mit einem Anstieg der PISA-Punkte um 25 in 20 Jahren ist aber keineswegs unrealistisch. Polen konnte sich nach einer Schulreform zwischen 2000 und 2006 um 29 Punkte steigern.

Geld und guter Unterricht

Das Beispiel Polen zeigt auch: Bessere Schulleistungen erreicht man nicht mit Geld allein. Die OECD macht zu einem Viertel Ausgabensteigerungen verantwortlich. Den Löwenanteil hat die Qualität des Unterrichts – etwa die Lehrmethoden und die Qualifikation der Pädagogen. Alles Geld nützt nichts, wenn sich Kinder nicht willkommen fühlen. Dieses ist die nächste bildungsökonomische Erkenntnis: keine Wertschöpfung ohne Wertschätzung.
Wenn aber der Nutzen von Bildungsausgaben klar ist, warum wird dann nicht noch mehr Geld für Kindergärten und Schulen bereitgestellt? Experten verweisen auf die lange Dauer, bis sich die Investitionen bezahlt machen. Das Argument, in Zeiten knapper Haushaltskassen müsse überall gespart werden, da man jedes Stück des kleiner gewordenen Kuchens nur einmal essen könne, geht beim Thema Bildung aber ins Leere: Bildung ist nicht Kuchen essen, sondern Kuchen backen. Allerdings dauert es ein bisschen, bis er aus dem Ofen kommt.
Die Bildungsdividende
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Virtuelle Welt

Internet und Intellekt

Mailen, downloaden, googeln, chatten, shoppen - viele Bereiche des Lebens haben sich durch das Internet gewandelt. Aber betrifft der Wandel auch den Menschen selbst? Denken wir anders als früher?
Ein Leben ohne Internet ist schon heute für 86 Prozent der 14- bis 29-Jährigen in Deutschland undenkbar. Das ergab eine Umfrage des Technologieverbands Bitkom im März dieses Jahres. Die virtuelle Welt wächst ununterbrochen – und somit ihre Bedeutung für die reale Welt. Mehr als 200 Millionen Websites sind online. Zählt man ihre Unterseiten, kommt man sogar auf mehrere Billionen. Die neuen Internet-Inhalte eines einzigen Jahres entsprechen dem Dreimillionenfachen aller jemals veröffentlichten Bücher, wie die US-Marktforscher von Internet Data Corporation berechneten. Eine beispiellose Datenflut strömt aus dem World Wide Web auf uns ein, was Folgen für das menschliche Verhalten hat. Altphilologe James O'Donnell von der Georgetown University in Washington: „Stellt mir jemand eine interessante Frage, geraten automatisch meine Finger in Bewegung. Sie wollen nach dem Blackberry greifen, um mit der Suche zu beginnen. So fängt bei mir der Denkprozess an.“
Aber Masse ist nicht gleich Klasse, urteilt Neurologe Joshua Greene von der Harvard University: „Im Moment ist das Internet nichts als ein einfacher Diener. Es spuckt auf Suchanfragen Daten aus. Das Internet hat so wenig Einfluss auf unser Denken wie die Mikrowelle auf unsere Nahrungsverarbeitung.“ So Greenes provokative Antwort auf die Frage, die das US-Wissenschaftsmagazin „Edge“ Wissenschaftlern, Künstlern und Intellektuellen gestellt hat: „Wie verändert das Internet Ihr Denken?“ Die 172 Antworten fallen vielfältig aus, doch lassen sich zwei Tendenzen erkennen: Auf der einen Seite Begeisterung über die nahezu unerschöpfliche Informationsquelle, auf der anderen Seite Besorgnis darüber, dass immer mehr Wissen aus den Köpfen ins Netz wandert. Die rege Beteiligung an der Debatte zeigt: Die rasante Entwicklung der virtuellen Welt lässt kaum jemanden kalt. fondsmagazin hat die Diskussion aufgegriffen, weitere Experten befragt und präsentiert Auszüge aus den Antworten.
Was das World Wide Web zweifelsfrei verändert hat: Alle Nutzer können selbst Beiträge zu wichtigen Themen beisteuern. Falls Sie dazu nicht die Hardware haben: Machen Sie doch mit beim fondsmagazin-Gewinnspiel auf Seite 51 und gewinnen Sie ein iPad. Angeblich läuten der tragbare Computer und seine Artverwandten eine neue Ära der mobilen und multimedialen Internetnutzung ein - möglicherweise mit Konsequenzen für unser Denken?
Esther Dyson Esther Dyson, IT-Journalistin und Buchautorin
»Eigentlich liebe ich das Internet. Jeder kann es für seine eigenen Zwecke nutzen, wichtig oder trivial, gut oder böse. Aber manchmal denke ich, zu viele von den Dingen im Netz sind wie bei Süßigkeiten nur leere Kalorien: Videoclips, Kurznachrichten von Freunden, Tweets, Blogeinträge, Bildergalerien. Süßigkeiten sind zwar verführerisch, aber wer zu viel davon hat, kann krank werden.«
Douglas Coupland, Autor von „Generation A“
»Das Internet hat mich gleichgültig einem Niveau von Allwissenheit gegenüber werden lassen, das noch vor zehn Jahren undenkbar war. Ich frage mich jetzt, ob Gott sich dabei langweilt, die Antwort auf alles zu kennen.«
Nick Bilton, The New York Times Bits Blog
»Wir verändern, wie das Internet denkt, und nicht umgekehrt. Das Internet wurde zu einer fortwährenden Echtzeit-Zeitkapsel. Eine bodenlose, unsichtbare Urne. Ein Schließfach für jeden Moment unseres Lebens, ein Ort, an dem jeder diese Erinnerungen betrachten und sie wieder auffinden kann.«
Terence Koh, Künstler
»Auch wenn ich wie ein schlechter Science-Fiction-Autor klinge: Meiner Meinung nach wird das Internet Fragen wie diese bald besser beantworten können als ich. Wahrscheinlich werde ich noch nicht einmal bemerken, wenn es so weit ist. Das ist ein ziemlich erschreckender Gedanke.«
Paul Bloom
Paul Bloom, Psychologe
»Ein Großteil der online verfügbaren Informationen stammt nicht von Universitäten, Regierungen oder Unternehmen, sondern von Freiwilligen – das beste Beispiel ist Wikipedia. Zahllose Internetnutzer opfern auch ihre Zeit, um in Foren akribisch auf Fragen anderer anonymer Nutzer zu antworten. Warum? Es ist die gleiche Form von sozialem Impuls, der auch zu beobachten ist, wenn auf der Straße ein Fremder nach dem Weg fragt. Man versucht zu helfen. Im Internet tritt dieses Phänomen massenhaft auf, und durch seine weite Verbreitung wird dieser alltägliche Altruismus für viele Menschen von großem Nutzen. Vielleicht macht uns das Internet nicht nur schlauer, vielleicht macht es uns auch freundlicher.«
Wolfgang Welsch, Philosoph und Postmoderne-Theoretiker
»Wer, glauben Sie denn, denkt heute noch? Denken war einmal. Die Medien haben es uns ausgetrieben. Seitdem bewegen wir uns in Schablonen – unter anderem belegt durch Schablonenfragen à la „Wie verändert das Internet unser Denken?«
Brian Eno, Musiker und Künstler
»Mein Mobiltelefon hat mein tägliches Leben mehr verändert als das Internet.«
Gerd Gigerenzer Gerd Gigerenzer, Psychologe
»Der Verstand ist in einem permanenten Alarmzustand. Wir warten auf die nächste E-Mail, als ob sie weltbewegende Erkenntnisse enthielte. Ich bin überrascht, wie sehr selbst Studenten der Psychologie ihre Aufmerksamkeit von außen kontrollieren lassen. Der durchschnittliche Mensch von heute hat ein schlechtes Langzeitgedächtnis, vergisst schnell. Dafür lernt er, rasch all das im Internet zu finden, was er wissen will.«
Helen Fisher, Anthropologin
»Eine Rückkehr in die Vergangenheit ist das Internet für mich. Wir Menschen können uns wieder in einer Art und Weise verhalten, für die wir vor langer Zeit geschaffen wurden. Über Jahrtausende haben unsere Vorfahren in Gruppen zusammen gelebt, gesprochen, gegessen – oder auch gekämpft. Jeder kannte jeden, alle waren Mitglieder eines gemeinsamen sozialen Netzes. Mit Hilfe von Facebook, E-Mail und Twitter tritt diese ursprüngliche menschliche Verhaltensweise wieder zutage – nur in einem viel größeren Rahmen. Das Internet zeigt mir damit, dass sich die Gehirne moderner Menschen seit ihrer Entstehung vor 35.000 Jahren nicht verändert haben.«
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Reisen

Check-in bei den Stars

Was haben Bono, Robert De Niro und Jessica Schwarz gemeinsam? Klar, sie sind prominent – aber auch allesamt Hoteliers. Ihre Unterkünfte stehen jedem offen, der es sich leisten kann.
„Vor nicht allzu langer Zeit verwüsteten Rockstars reihenweise die Hotels, heutzutage besitzen sie welche“, bemerkte einmal ein amerikanischer Journalist und bezog sich auf U2-Frontmann Bono, der schon seit einigen Jahren zusammen mit Bandkollege The Edge ein Hotel sein Eigen nennt. Wo? Natürlich im heimischen Dublin. Auch in den USA betätigen sich zahlreiche Prominente aus dem Musik- und Filmbusiness als Hoteliers. Die Liste reicht von der Sängerin Gloria Estefan über die Leinwandgrößen Richard Gere und Clint Eastwood bis zu den beiden Schauspiel-Roberts De Niro und Redford. Übrigens: De Niros Regisseur bei „Der Pate 2“, Francis Ford Coppola, ist mittlerweile selbst Pate, sprich Besitzer von fünf Nobelhotels. Sie verteilen sich vom French Quarter in New Orleans über den Urwald von Belize bis nach Buenos Aires.

Promis hautnah

Die meisten Star-Hoteliers haben bei der Gestaltung ihre Ideen und ihre Tatkraft eingebracht, um den Häusern eine ganz persönliche Note zu verleihen. Bei den täglichen Aufgaben können sie das jedoch meist nicht. Was der prominente Gastgeber vor allem zur Verfügung stellt, ist neben seinem finanziellen Investment sein klangvoller Name – und der lockt wiederum andere Stars als Gäste an. So besteht eine gute Chance, dass „Normalsterbliche“ im Promihotel neben dem Besitzer auch noch weitere berühmte Zeitgenossen antreffen. Aber selbst, wenn dies einmal nicht der Fall sein sollte, haben die hier vorgestellten Hotels ihren ganz besonderen Reiz.
„Rival“, Stockholm
„Mamma Mia“, wer hätte gedacht, dass Benny Andersson nach seinen weltweiten Erfolgen als Bandmitglied von ABBA, Musicalproduzent und Mitgestalter bei der Verfilmung von „Mamma Mia“ auch noch ins Hotelgeschäft einsteigt? Ob es am lockenden „Money, Money, Money“ lag? Wie auch immer, der agile Schwede hat's getan. Mitten in Stockholm verdingt er sich seit einigen Jahren als Hotelier. „Das Ziel war, ein Hotel mit einer einzigartigen Persönlichkeit zu schaffen. Ein Ort, an dem ich selbst gern verweile“, so Andersson. Damit das gelingt, bietet das „Rival“ neben 99 Zimmern auch ein Café, eine Bar, eine Bäckerei und einen großen Eventsaal für 700 Personen. Dabei passt alles perfekt zur aktuellen Retrowelle: Die Zimmer warten mit orangefarbenen Ottomanen, roten Ledersofas oder gepunkteten Lampenschirmen auf. Zimmer ab 1.495 Schwedische Kronen (ca. 150 Euro) pro Nacht, www.rival.se

„Jens Weißflog Appartementhotel“, Oberwiesenthal
Praktisch und rustikal kommt das Appartementhotel von Deutschlands erfolgreichstem Skispringer daher. In seiner sächsischen Heimatstadt Oberwiesenthal empfängt Jens Weißflog seit 14 Jahren Urlauber, die die Landschaft des Erzgebirges genießen wollen, sportlich unterwegs sind oder einfach mal zur Ruhe kommen möchten – und das alles in einer lockeren Atmosphäre. Die finden die Gäste in den 18 großzügigen Appartements definitiv vor. Das Beste: Für den berühmten Namen des Besitzers muss man nichts extra zahlen. Alle Appartements gibt es zu familienfreundlichen Preisen. Hotelier ist übrigens nicht der einzige Beruf, dem der einstige Spitzenathlet heute nachgeht. Der Überflieger ist Stadtrat, Fernsehexperte und Workshopleiter in Sachen Skispringen. Appartement ab 28 Euro pro Person und Nacht, www.jens-weissflog.de

„The Clarence“, Dublin
In Dublin sorgen zwei bekannte Söhne der Stadt - Bono und The Edge – schon seit knapp 15 Jahren für eine Belebung der Hotelbranche. Die beiden Mitglieder der Kultrockband U2 möbelten das ehrwürdige, aber unter Serviceaspekten fragwürdig gewordene „The Clarence“ in Dublins Szeneviertel Temple Bar ordentlich auf und bugsierten die knapp 50 Zimmer ins Vier-Sterne-Segment. Das Konzept: schlichtes, aber elegantes Design. Wer denkt, hier rocke Tag und Nacht der Bär, der irrt. Im „The Clarence“ geht es eher um stilvolles, aber dennoch cooles Logieren direkt am Fluss Liffey. Nichtsdestotrotz gehört die hoteleigene „Octagon Bar“ zu den beliebtesten Szenetreffs der Stadt. Zimmer ab 135 Euro pro Nacht, www.theclarence.ie

„Die Träumerei“, Michelstadt (Odenwald)
Auch Deutschlands Schauspielprominenz versucht sich im Hotelfach. Zusammen mit ihrer Schwester eröffnete Jessica Schwarz, die zuletzt in ihrer Rolle als Romy Schneider auf- und gefiel, „Die Träumerei“ in ihrer Heimatstadt Michelstadt im Odenwald. Schnuckelig romantisch, in Violett und Türkis gehalten, lädt das rund 400 Jahre alte Fachwerkhaus zum Träumen ein. „Mit dem Hotel haben wir uns selbst einen Traum erfüllt“, meint Jessica Schwarz, „wir haben es vollständig nach unseren Vorstellungen gestaltet.“ Seit August 2008 beherbergen die Schwarz-Schwestern hier ihre Gäste in vier individuell und liebevoll eingerichteten Zimmern. „Die Träumerei“ managt zwar hauptamtlich Sandra Schwarz, doch immer, wenn es der Terminkalender erlaubt, packt auch die berühmte Schwester mit an. Zimmer ab 105 Euro pro Nacht, www.die-traeumerei.com

„The Greenwich Hotel“, New York
In New York City fühlt sich Schauspiel-Ass Robert De Niro wohl, vor allem in „seinem“ Manhattan-Viertel Tribeca, wo er bereits ein Restaurant sein Eigen nennt und seit 2002 ein respektables Filmfestival organisiert. 2008 folgte der nächste Schritt: De Niro eröffnete das „The Greenwich Hotel“ und löste damit einen wahren Ansturm in der an feinen Hoteladressen wahrlich nicht armen Metropole aus. Der zweifache Oscar-Preisträger versteht es, dezent im Hintergrund zu bleiben und dennoch im Hotel präsent zu sein. Das liegt nicht zuletzt daran, dass er die von einem Mix aus europäischer und asiatischer Wohnkultur geprägten 75 Zimmer und 13 Suiten selbst mitgestaltet hat. Die New York Times urteilte: „Downtown Manhattan war nie zuvor so chic und einladend.“ Zimmer ab 475 US-Dollar (ca. 370 Euro) pro Nacht, www.thegreenwichhotel.com

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Schlusstakt

Apropos Fußball

Wussten Sie eigentlich, dass ...

... Sommerhitze für das bisher torreichste WM-Spiel sorgte?

Bei der Weltmeisterschaft 1954 trafen Österreich und die Schweiz im Viertelfinale aufeinander. Das Spiel fand bei rund 40 Grad im Schatten in Lausanne statt und ging als „Hitzeschlacht von Lausanne“ in die Fußball-Geschichte ein. Bereits in der ersten Halbzeit erlitt der österreichische Torwart Kurt Schmied einen Sonnenstich. Da Auswechslungen zu dieser Zeit noch nicht erlaubt waren, blieb er orientierungslos im Tor stehen – die Gelegenheit für die Schweizer, binnen kürzester Zeit drei Tore zu erzielen. Dank einer grandiosen Aufholjagd gelang es dem Rest des österreichischen Teams, die Partie zu drehen. Am Ende stand es 7:5 für Österreich. Torwart Schmied konnte sich nach dem Spiel an nichts erinnern.
 

... ein brasilianisches Spiel durch ein halbes Tor entschieden wurde?

Bei einem Spiel im brasilianischen Paraíba trat in den 1940er-Jahren ein Mittelstürmer zum Elfmeter an. Bei seinem Schuss platzte die Naht des damals noch von Hand genähten Balles – die innen liegende Gummiblase landete im Tor, die Lederhülle blieb daneben liegen. Der ratlose Schiedsrichter entschied unter dem Druck der Zuschauer schließlich auf ein halbes Tor. Da keine weiteren Treffer fielen, lautete der Endstand 0,5:0.
 

... bei der WM in Südafrika auch die deutsche Wirtschaft gewinnt?

Investitionen der südafrikanischen Regierung in die Infrastruktur des Landes haben deutschen Unternehmen Aufträge im Volumen von rund 1,5 Milliarden Euro beschert. Das ergab eine Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertags. Die Nachfrage nach Nutzfahrzeugen, Informations- und Kommunikationstechnik, Lichttechnik für Stadien und vielen anderen Produkten hat dafür gesorgt, dass bei deutschen Firmen rund 15.000 Arbeitsplätze neu geschaffen oder gesichert werden konnten.
 

... das indische Team freiwillig auf eine WM-Teilnahme verzichtete?

Die indische Nationalmannschaft qualifizierte sich für die WM 1950 in Brasilien. Allerdings beschloss das Team, nicht zum Turnier anzureisen – FIFA-Regularien verlangten, dass die Spieler Fußballschuhe zu tragen hatten. Die Inder aber waren es gewohnt, barfuss zu spielen. Es war die bislang einzige Chance Indiens auf eine WM-Teilnahme; in der Qualifikation zum Turnier 2010 schied die Mannschaft in der ersten Runde aus.
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