

Ein Leben ohne Internet ist schon heute für 86 Prozent der 14- bis 29-Jährigen in Deutschland undenkbar. Das ergab eine Umfrage des Technologieverbands Bitkom im März dieses Jahres. Die virtuelle Welt wächst ununterbrochen – und somit ihre Bedeutung für die reale Welt. Mehr als 200 Millionen Websites sind online. Zählt man ihre Unterseiten, kommt man sogar auf mehrere Billionen. Die neuen Internet-Inhalte eines einzigen Jahres entsprechen dem Dreimillionenfachen aller jemals veröffentlichten Bücher, wie die US-Marktforscher von Internet Data Corporation berechneten. Eine beispiellose Datenflut strömt aus dem World Wide Web auf uns ein, was Folgen für das menschliche Verhalten hat. Altphilologe James O'Donnell von der Georgetown University in Washington: „Stellt mir jemand eine interessante Frage, geraten automatisch meine Finger in Bewegung. Sie wollen nach dem Blackberry greifen, um mit der Suche zu beginnen. So fängt bei mir der Denkprozess an.“
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Esther Dyson, IT-Journalistin und Buchautorin »Eigentlich liebe ich das Internet. Jeder kann es für seine eigenen Zwecke nutzen, wichtig oder trivial, gut oder böse. Aber manchmal denke ich, zu viele von den Dingen im Netz sind wie bei Süßigkeiten nur leere Kalorien: Videoclips, Kurznachrichten von Freunden, Tweets, Blogeinträge, Bildergalerien. Süßigkeiten sind zwar verführerisch, aber wer zu viel davon hat, kann krank werden.« |

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Gerd Gigerenzer, Psychologe »Der Verstand ist in einem permanenten Alarmzustand. Wir warten auf die nächste E-Mail, als ob sie weltbewegende Erkenntnisse enthielte. Ich bin überrascht, wie sehr selbst Studenten der Psychologie ihre Aufmerksamkeit von außen kontrollieren lassen. Der durchschnittliche Mensch von heute hat ein schlechtes Langzeitgedächtnis, vergisst schnell. Dafür lernt er, rasch all das im Internet zu finden, was er wissen will.« |

Bei der Weltmeisterschaft 1954 trafen Österreich und die Schweiz im Viertelfinale aufeinander. Das Spiel fand bei rund 40 Grad im Schatten in Lausanne statt und ging als „Hitzeschlacht von Lausanne“ in die Fußball-Geschichte ein. Bereits in der ersten Halbzeit erlitt der österreichische Torwart Kurt Schmied einen Sonnenstich. Da Auswechslungen zu dieser Zeit noch nicht erlaubt waren, blieb er orientierungslos im Tor stehen – die Gelegenheit für die Schweizer, binnen kürzester Zeit drei Tore zu erzielen. Dank einer grandiosen Aufholjagd gelang es dem Rest des österreichischen Teams, die Partie zu drehen. Am Ende stand es 7:5 für Österreich. Torwart Schmied konnte sich nach dem Spiel an nichts erinnern.
Bei einem Spiel im brasilianischen Paraíba trat in den 1940er-Jahren ein Mittelstürmer zum Elfmeter an. Bei seinem Schuss platzte die Naht des damals noch von Hand genähten Balles – die innen liegende Gummiblase landete im Tor, die Lederhülle blieb daneben liegen. Der ratlose Schiedsrichter entschied unter dem Druck der Zuschauer schließlich auf ein halbes Tor. Da keine weiteren Treffer fielen, lautete der Endstand 0,5:0.
Die indische Nationalmannschaft qualifizierte sich für die WM 1950 in Brasilien. Allerdings beschloss das Team, nicht zum Turnier anzureisen – FIFA-Regularien verlangten, dass die Spieler Fußballschuhe zu tragen hatten. Die Inder aber waren es gewohnt, barfuss zu spielen. Es war die bislang einzige Chance Indiens auf eine WM-Teilnahme; in der Qualifikation zum Turnier 2010 schied die Mannschaft in der ersten Runde aus.