Japanische Hitachi will mit volleren Kassen Siemens attackieren
Tokio, 30. Jul (Reuters) - Die steigende Nachfrage nach Elektronikkomponenten und Autobauteilen hat dem japanischen Elektrokonzern Hitachi<6501.T> im vergangenen Quartal hohe Gewinne eingebracht. Das Unternehmen wies am Freitag für das erste Viertel ihres Geschäftsjahres einen Überschuss von umgerechnet 778 Millionen Euro aus. Im Vorjahresquartal war noch ein Verlust von 445 Millionen Euro angefallen. Das Unternehmen stockte zwar seine Prognose für das erste Geschäftshalbjahr wegen guter Geschäfte mit Baumaschinenteilen, Halbleiterausrüstung und Kraftwerkstechnik um gut ein Drittel auf, ließ den Ausblick für das Gesamtjahr allerdings wegen unsicherer Geschäftsaussichten unverändert. "Die Zahlen liegen über unseren Erwartungen, und wir hatten einen guten Start", sagte Hitachi-Manager Takashi Miyoshi. "Aber wir wollen uns bei der Prüfung unserer Jahresprognose noch Zeit lassen, weil das Umfeld noch sehr unklar ist." Hitachi muss um einen Großauftrag der britischen Eisenbahn bangen, die eine Bestellung über neun Milliarden Euro auf Eis gelegt hat. Ein von den Japanern geführtes Konsortium hatte im vergangenen Jahr das Recht für exklusive Verhandlungen über das Zugprojekt erhalten. Die britische Regierung will nun aber erst im Oktober über das weitere Vorgehen entscheiden. Zudem hat das Unternehmen Zweifel an der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Miyoshi verwies darauf, dass sich Konjunkturprogramme ihrem Ende zu neigen und die Rohstoffkosten steigen. Zudem gebe es Befürchtungen einer Blasenbildung in manchen Schwellenmärkten. Hitachi rechnet im laufenden Geschäftsjahr dennoch mit dem ersten Gewinn seit fünf Jahren und will künftig wieder stärker seine Überseekonkurrenten Siemens